Asylbewerber verurteilt

„Küss mich“: Zehnjährige vom Nachbarn bedrängt

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Waltrop - Der Mann aus Asien war 26 und sehnte sich offenbar nach einem Kuss. Das kleine Mädchen aus Afrika war erst zehn – und dadurch völlig verstört. Nach einem brisanten Zwischenfall in einer Waltroper Flüchtlingsunterkunft ist ein Asylbewerber am Amtsgericht in Recklinghausen zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Der Vorfall passierte am 17. Juli 2014 in der Asylbewerberstelle im Egelmeer. Um 13.45 Uhr begegneten sich der Angeklagte und die zehnjährige Schülerin im Treppenhaus. Der 26-Jährige war auf dem Weg nach unten in den Waschkeller, das Mädchen mit den Rastazöpfen kam gerade zurück vom Einkaufen.

„Der Mann sagte auf einmal zu mir ‚Küss mich‘“, erinnerte sich die Zehnjährige als Zeugin vor dem Jugendschutzgericht in Recklinghausen. Laut Anklage soll der 26-Jährige sich dabei immer wieder demonstrativ mit seiner Zunge über die Lippen geleckt haben. Auf die erste entsetzte Absage („Nein, ich will das nicht“) der Schülerin soll er angeblich sofort danach sogar noch eine Portion strenger geworden sein und von ihr gefordert haben: „Du musst mich aber küssen!“. Dann soll er die Zehnjährige energisch am Arm angefasst und kurz versucht haben, sie in Richtung Keller zu ziehen. Dem Mädchen gelang es schließlich aber, nach oben zu seiner Mutter zu rennen.

Große Aufregung in der Unterkunft

Kurz nachdem die Mutter von dem Vorfall erfahren hatte, herrschte in der Asylunterkunft große Aufregung. Der Hausmeister wurde alarmiert, die Polizei eingeschaltet. Schließlich erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. Im Prozess wehrte der Angeklagte die Vorwürfe eines geplanten Sex-Übergriffs vehement ab. „Das ist alles nicht wahr“, ließ der 26-Jährige durch einen Dolmetscher übersetzen. Man sei sich zwar damals im Treppenhaus begegnet. Das Mädchen habe aber offensichtlich etwas komplett missverstanden. Er habe lediglich fragen wollen, ob sie oder ihre Mutter auch etwas Wäsche hätten, die er mit in den Keller nehmen könnte. Von Küssen sei nie die Rede gewesen, auch habe er sich nie über die Lippen geleckt.

Die Richter verließen sich am Ende auf die in ihren Augen absolut überzeugenden Schilderungen des Mädchens - und verurteilten den Angeklagten wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Kindern. Laut Urteil muss der 26-Jährige als Bewährungsauflage 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

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