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Auch ein Gepard - hier bei der Fütterung - gehört zur Daktari-Farm, wo die Waltroperin Lea Wilk im Rahmen ihres Namibia-Auslandsjahres aufhielt.

Afrika-Aufenthalt

Eine Waltroperin in Namibia - zwischen Geparden, Weihnachtsplätzchen und Floßfahrten

Im August 2019 brach die Waltroperin Lea Wilk (19) auf ins große Abenteuer: Sie verbringt ein Auslandsjahr in Namibia, erlebt dort gefräßige Geparden, wackelige Floße und mehr.

  • Die Waltroperin Lea Wilk berichtet regelmäßig für die Waltroper Zeitung von ihrem Auslandsjahr in Namibia
  • Jetzt war sie für eine Woche in einem Camp für Menschen mit krimineller Drogen- oder Alkoholvergangenheit
  • Alle im Camp seien ihr sehr ans Herz gewachsen - und es gab sogar eine überraschende Begegnung mit einer Ruderin

Im vergangenen Sommer machte Lea Wilk (19) ihr Abitur an der Gesamtschule Waltrop - und dann begann das große Abenteuer. Die junge Waltroperin verbringt ein Freiwilliges Soziales Jahr in Namibia. Normalerweise ist sie an einer Schule in der Stadt Walvis Bay an der Küste tätig und gibt dort unter anderem Sportunterricht. Zurzeit aber sind Sommerferien und sie macht andere Projekte - zum Beispiel auf der Farm Daktari. 

Waltroperin in einem Camp jenseits der Zivilisation

Daktari ist ein deutsch-schweizerisches Camp zwischen Omaruru und Otjiwarongo, etwa 300 Kilometer entfernt von Walvis Bay und jenseits jeglicher Zivilisation. Dorthin kommen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer kriminellen Drogen- oder Alkoholvergangenheit, berichtet Lea Wilk. "Für die meisten ist es die letzte Chance vor dem Knast. Die Teilnehmer werden in pädagogisch und psychologisch betreut. Sie sollen weg vom Konsum kommen, einen Entzug machen und, abgeschieden von allem, über sich nachdenken."

Ein abendliches Volleyballspiel gehört mit zum Programm auf der Daktari-Farm in Namibia.

Aber nicht nur die Teilnehmer und ihre Betreuer leben dort, auch elf Hunde, 19 Pferde, ein Esel und ein Zebra - und es gibt ein Geparden-Gehege. "Sie sind so zahm, dass man sie füttern und streicheln kann", berichtet Lea Wilk, die es wunderschön im Camp findet. Zumal sie zufällig auf Maxi (19) traf. Die ist ebenfalls Freiwillige, eine Freundin von Lea - und Ruderin. "2017 war ich mit ihr auf einem Wettkampf in Weißrussland", berichtet Lea, die selbst Leistungssportlerin ist

Floß-Bauen, Plätzchen-Backen und Riesen-Spaß

Das Abend-Programm auf der Daktari-Farm besteht aus Filmabenden, aus Telefon- oder Internet-Zeit - und aus Beachvolleyball-Spielen. "An einem Tag haben wir passend zur Jahreszeit Weihnachtsplätzchen gebacken", so Lea Wilk: Vanillekipferl, Ausstechplätzchen und Schokocookies. Und es gab die Aufgabe, sich selbst Material zu suchen für ein Floß. "Aus Holzbrettern und einer Menge Flaschen gelang das tatsächlich – sogar mit Paddeln und Flagge", berichtet Lea Wilk. "Später haben wir das Floß auf dem Damm ausprobiert. Es ist mehr oder weniger geschwommen. Fünf Leute waren vielleicht ein bisschen zu schwer, aber sie hatten ein Riesen-Spaß." 

Eine abenteuerliche Wanderung auf den Hausberg unternahm Lea Wilk aus Waltrop mit ihrer Freundin und Co-Freiwilligendienstlerin Maxi an einem Tag.

Am vorletzten Abend habe sie mit Maxi eine sehr abenteuerliche Wanderung gemacht: "Wir sind auf den Hausberg in der Nähe der Farm geklettert. Wir mussten wirklich klettern und unter Büsche kriechen, bis wir endlich oben waren. Dort aber konnten wir einen wunderschönen Ausblick in die weite Ferne genießen. Ein einmaliges Erlebnis."  

Die Wahl zwischen Knast, Psychiatrie und Farm 

Alle im Camp seien ihr sehr ans Herz gewachsen, sagt die Waltroperin. "Man verbringt viel Zeit mit den Teilnehmern und manche habe erzählt, warum sie hierher gekommen sind. Es ist oft die letzte Chance. Die Wahl ist:Knast, geschlossene Psychiatrie oder Daktari. Aber sie sind hier, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Ein tolles Projekt und eine unglaubliche Erfahrung."

Lea Wilk

Jähes Ende eines Auslandsjahres

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