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Ferdi und Wiebke Westhoff gingen Ende 2017 in den Ruhestand.

Einzelhandel

Alters-Nachfolge oft nicht geklärt

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WALTROP - Wiebke und Ferdi Westhoff hatten lange gesucht – und am Ende doch niemanden gefunden, der ihr Betten-Fachgeschäft übernehmen wollte und mit dem das auch Sinn ergeben hätte. Am Ende gab es keinen Nachfolger, Ende 2017 schloss das Geschäft, das die beiden aus Altersgründen nicht mehr betreiben wollten. Und wenn man die Daten zu diesem Thema in der jetzt veröffentlichten Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes sieht, wird das wohl kein Einzelfall bleiben.

28 Händler wurden zu dem Thema befragt. Für fast die Hälfte der Befragten – 48 Prozent – steht die Altersnachfolge an, sie ist aber nicht geklärt oder es ist kein Nachfolger vorhanden. Bei weiteren 45 Prozent ist das Thema im Moment nicht akut, aber eben auch nicht geklärt. Nur sieben Prozent der Befragten haben die Nachfolge schon geklärt. Die Autoren der Studie sprechen noch eher freundlich von einem „verhältnismäßig hohen Anteil (noch) unklarer Regelungen“. Wenn man es zuspitzt, muss man aber wohl sagen: Hier kündigen sich weitere Leerstände in der Stadt an. Wie kann man dem entgegenwirken? „Es wird darauf ankommen, Waltrop als Einzelhandelsstandort so zu stabilisieren bzw. zu attraktivieren, dass er auch für auswärtige Einzelhändler als Geschäftsstandort infrage kommt“, heißt es in dem Papier ein bisschen lapidar.

Kein reines Waltroper Problem

Das aber scheint ein weiter Weg zu sein, denn die Prognose der existierenden Waltroper Einzelhändler für ihre eigene Geschäftsentwicklung ist in den meisten Fällen von Pessimismus geprägt (wir berichteten). Freilich ist Waltrop auch mit dem Problem der Geschäftsnachfolge kein Einzelfall. Schon Ende 2017 hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen eine Schätzung für ihren Zuständigkeitsbereich (Emscher-Lippe-Region und Münsterland) veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass rund 30.000 Unternehmer in den nächsten zehn Jahren einen Nachfolger suchen. Was es so schwierig macht, einen Nachfolger zu finden? Wiebke Westhoff sagte 2017, da können sie auch nur spekulieren. „Vielleicht, weil niemand mehr am Wochenende und manchmal bis spät abends arbeiten möchte.“

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