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Die Gesamtschule Waltrop - hier das Gebäude am Akazienweg - soll womöglich einen neuen Teilstandort bekommen.

Update: Reaktion der Politik

Entsteht in Waltrop ein neuer Gesamtschul-Teilstandort für Castroper Schüler?

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In Castrop sind Gesamtschul-Plätze rar. Die Idee: Waltrops Gesamtschule bekommt einen neuen Teilstandort. Einige Waltroper Politiker machten in der Sache erstmal ihrem Ärger Luft.

Wie erwartet ist im Waltroper Schulausschuss die mögliche Erweiterung der Waltroper Gesamtschule Thema gewesen. Speziell SPD und Grüne machten aber deutlich, dass sie gern deutlich eher hätten informiert werden wollen, anstatt gerüchteweise davon zu hören oder in den Medien darüber zu lesen. Es geht darum, dass Castrop-Rauxel mehr Plätze an weiterführenden Schulen braucht. Die Idee: Es könnte einen neuen Teilstandort der Waltroper Gesamtschule geben - in Ickern oder in Waltrop. 

Waltroper Politiker äußern ihre Empörung 

Sven Schlotjunker (Grüne) machte seinem Ärger Luft: Dass man so spät und auf diese Weise von der ganzen Sache erfahre, „geht so nicht“. In der Nachbarstadt möchte man das Vorhaben nämlich am liebsten schon zum Schuljahr 2020/21 umsetzen. In Waltrop war es weder in der Schulkommission noch im Fachausschuss bislang Thema. 

Stadtverwaltung verteidigt das Vorgehen

Dezernent Wolfgang Brautmeier verteidigte das Vorgehen der Stadtverwaltung; man habe den Ausschuss nicht viel eher informieren können. Der Castroper Plan sei noch recht neu. Christiane Bröcker, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Soziales und Schule, appellierte derweil an die Ausschuss-Mitglieder, nicht den Kern der Sache aus dem Blick zu verlieren. Die Kooperation könne für die hiesige Gesamtschule auch Vorteile haben. Schließlich sei der Gesamtschule Waltrop auch daran gelegen, eine gesicherte Oberstufe zu haben – schon gerade in Zeiten von G9. Bekanntlich ist in diesem Jahr wieder das Abitur nach 13 Jahren am Gymnasium eingeführt worden. In der G8-Zeit konnte man das „lange“ Abitur in Waltrop nur an der Gesamtschule machen.

Das hatten wir zuerst berichtet: 

In Castrop-Rauxel wird derzeit an der Schullandschaft "herumgebaut": Die Plätze an weiterführenden Schulen in der Nachbarschaft reichen auf Dauer nicht aus. Die Idee ist nun: Castrop-Rauxel geht mit Waltrop eine Kooperation ein. Entsprechende Gespräche hat es bereits gegeben, aber: „Wir stehen noch ganz am Anfang“, betont Waltrops Schuldezernent Wolfgang Brautmeier. Für ihn steht fest: „Es wird keinen Beschluss an den Bedürfnissen der Waltroper Schüler vorbei geben.“ 

Die Waltroper Politik muss mitreden

Und mindestens ebenso entscheidend: Die Waltroper Politik habe dieses Thema bislang noch gar nicht offiziell diskutiert - erst am Dienstag (12. November) im Schulausschuss ging es erstmals um das Thema. „Ohne Politik geht da gar nichts“, sagt Brautmeier. Denn es gibt noch vieles zu klären und abzuwägen. Der Nachbarstadt schwebt vor, dass an der Waldenburger Straße 130 in Ickern der neue Standort eingerichtet wird – dort befand sich bis zu ihrem Auslaufen im Sommer 2018 die Janusz-Korczak-Gesamtschule. 

Gesamtschule Waltrop möchte hier beschulen

Diese Variante schmeckt der Gesamtschule Waltrop allerdings nicht. Man könne sich die Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt vorstellen, schreibt die Schulleitung in einer Stellungnahme. Zumal die Waltroper Gesamtschule immer schon auch viele Castroper Anmeldungen hatte. Die Waltroper Gesamtschulleitung plädiert allerdings stark dafür, den potenziellen Teilstandort in den Gebäuden in Waltrop unterzubringen. Die Räume gebe es, es bestehe schon ein Schülerspezialverkehr zwischen Ickern und Waltrop. Zudem sei das, was die Schule ausmache, stark an den Standort Waltrop gebunden – Stichworte Jahrgangshäuser, Berufsorientierung, Sprachförderungs-Konzept.

Teilstandort in Ickern nicht "erstrebenswert"

Einen Teilstandort der Waltroper Gesamtschule in Ickern anzusiedeln, sei zwar „theoretisch denkbar“, aber „in keiner Weise erstrebenswert“. Schließlich müsste in Castrop erst umgebaut werden, auch müsste der Standort ans Waltroper Schulkonzept angepasst werden. Die Castroper drücken derweil aufs Tempo: Am 21. November wird der dortige Rats-Fachausschuss über das Thema beraten, eine Woche später soll der Rat bereits beschließen. Wolfgang Brautmeier bremst allerdings: „Wir sind durchaus interessiert an einer Zusammenarbeit mit Castrop-Rauxel, aber wir müssen prüfen, ob sich das in der Kürze der Zeit bewerkstelligen lässt.“

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