Tobias Rasche steht vor seiner Gaststätte. Am Montag hatte es hier im Dunstabzugssystem gebrannt.
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Tobias Rasche steht vor seiner Gaststätte. Am Montag hatte es hier im Dunstabzugssystem gebrannt.

Erst die Brücke, jetzt das Feuer

Schwarze Kuhle: Kämpfen, so lange es geht

  • Martin Behr
    vonMartin Behr
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Waltrop - Die Brückenbaustelle am Hebewerk hat Familie Rasch (noch) nicht kleingekriegt. Doch am Montag kam es in der „Schwarzen Kuhle“ zu einem folgenschweren Brand. Doch die Imbiss-Betreiber wollen kämpfen - die Frage ist nur: Wie lange können sie das noch?

Am Mittwoch wollen sie ihren Betrieb wieder ganz regulär öffnen – mit einer provisorischen Grill-Ecke in der Küche. Der Imbiss-Betrieb soll in der weitestgehend unbeschadeten Gaststätte weitergehen. „Was bleibt uns anderes übrig?“, fragt Tobias Rasch. Natürlich – das Grillen und Frittieren wird etwas länger dauern als üblich, nicht alles ist gleich greifbar. Aber immerhin: Es wird gegrillt und frittiert, Geld kommt rein.

Einnahmeverluste sind erheblich

Das ist dringend nötig. Denn Tobias und Melissa Rasch sind seit mittlerweile einem halben Jahr arg gebeutelt. Durch die viel länger als angekündigt andauernde Vollsperrung der Hebewerks-Brücke bleiben die Einnahmen in erheblichem Maße aus. Es rollt kein Durchgangsverkehr mehr vor ihrer Tür, was bis dahin ihre finanzielle Lebensversicherung war. Und jetzt auch noch das Feuer...

Was genau den Brand ausgelöst hat, ist noch nicht endgültig geklärt. Die Brandermittler der Polizei werden frühestens heute den Schaden begutachten können. Nach ersten Erkenntnissen vor Ort waren es wohl Rückstände in der Dunstabzugsanlage, die sich – warum auch immer – entzündet haben – kein klassischer Kaminbrand also.

Ein schwieriger Einsatz

Für die Feuerwehr stellte sich der Einsatz als eine größere Herausforderung als üblich dar. Nicht, weil das Feuer außergewöhnlich kompliziert war. Vielmehr, weil die Abzugsrohre in dem alten „Kuhle-Haus“ so verwinkelt eingebaut sind. Um sämtliche Brandherde zu erwischen – es hatte sich an mehreren Stellen Feuer entzündet – mussten die Einsatzkräfte teils Wand-Verkleidungen aufbrechen und Rohre aufschneiden. Zurück zu Familie Rasch: Die Lebensmittel, die sie am Montag in ihrem Imbiss lagerten, mussten sie größtenteils entsorgen. „Die Salate und alles, was noch so draußen stand, haben wir weggeschmissen“, erzählt Tobias Rasch. Nachschub haben sie inzwischen geordert, weil sie ab heute (13 Uhr) wieder öffnen wollen. Denn das Einzige, was ihnen jetzt hilft, sind Kunden.

Wie lange Raschs aber grundsätzlich noch durchhalten können mit ihrem Imbiss an der Recklinghäuser Straße, erscheint fraglicher denn je. „Ich gehe eigentlich davon aus, dass wir die Zeit, bis die Brücke wieder befahrbar ist (laut WSA Anfang Mai, Anm. d. Red.), nicht mehr überbrücken können“, sagt Rasch. Er habe bereits mit dem Verpächter gesprochen und ihm freigestellt, sich einen neuen Betreiber zu suchen. „Natürlich wollen wir hier gerne weitermachen. Aber wir müssen auch leben können“, sagt Tobias Rasch. Doch genau das geht wegen der unsäglichen Brücken-Baustelle nur noch mehr schlecht als recht. Die Existenzangst ist groß. Das Feuer hat nun sein Übriges dazugetan.

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