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Der Heckenschnitt ist Vorbote der Wohnungsmodernisierungen an der Letterhausstraße.

Miete steigt erheblich

Vivawest will schon ab Juni modernisieren

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Waltrop - Jetzt haben es die Vivawest-Mieter schriftlich: Ihre Wohnungen werden modernisiert. Und die Miete steigt. Die Kommunikation mit dem Wohnungsunternehmen gestaltet sich derweil schwierig.

Noch im Februar wollte die Gelsenkirchener Wohnungsgesellschaft Vivawest auf Anfrage nicht offiziell bestätigen, dass sie ihre Wohnungen in Waltrop an der Letterhaus-, Husemann und Stegerwaldstraße modernisieren will. Ein Mieter an der Letterhausstraße hatte sich gewundert und geärgert, dass das Unternehmen massiven Heckenschnitt in seinem Vorgarten vornehmen ließ.

Verdacht war richtig

Er erkundigte sich beim Servicebüro der Wohnungsgesellschaft – und erfuhr, dass er mit seinem Verdacht richtig lag: Die Arbeiten waren Vorboten einer geplanten umfassenden Modernisierung. Jetzt haben die Mieter die Pläne auch schriftlich: Ein Brief, in dem die geplanten Arbeiten angekündigt werden, liegt unserer Zeitung vor. Demnach sei man bei Vivawest zu dem Ergebnis gekommen, dass die Häuser eine „Verjüngungskur“ gebrauchen könnten.

19 "Verjüngungs-Maßnahmen"

Das Unternehmen zählt dann 19 Maßnahmen auf, die man vorgesehen hat, damit sich die Mieter auch weiterhin „zu Hause fühlen“ – von Dämm-Maßnahmen über den erstmaligen Einbau von Balkonen bis zur Erneuerung der Bäder. Mit den ersten Arbeiten will das Unternehmen, wenn das Wetter mitspielt, bereits im Juni beginnen. Die Mieter erfahren auch, dass ihre Miete steigen wird. Man sei sich bewusst, dass die Mieterhöhung „eine hohe finanzielle Belastung für Sie als Mieter“ darstelle, heißt es in dem Schreiben. Der Erhöhungsbetrag werde auf zwei Euro je Quadratmeter Wohnfläche begrenzt, eine Maximalmiete von 6,67 Euro je Quadratmeter wolle man für die Wohnung des betreffenden Mieters, dessen Schreiben der Redaktion vorliegt, nicht überschreiten. Für die Berechnung der Mieterhöhung gelten besondere Regeln, weil das Unternehmen für die Modernisierung öffentliche Darlehen in Anspruch nimmt.

Planungen „seit geraumer Zeit“

Unterdessen lässt Bürgermeisterin Nicole Moenikes auf Anfrage durchblicken, dass sich die Kommunikation der Stadt mit dem Wohnungsunternehmen aus ihrer Sicht eher zäh gestaltet. Auf jeden Fall brauche es einen Ansprechpartner vor Ort, der für die Belange der Mieter da sei. Nach einigen Anfangsproblemen hatten sich im Falle des Vivawest-Konkurrenten Vonovia, der ebenfalls vor einiger Zeit seinen Wohnungsbestand in derselben Gegend modernisiert hat, die Wogen glätten lassen. Mieter waren damals in ernster Sorge, die geforderte höhere Miete nicht aufbringen zu können und im Extremfall sogar ihre Wohnung zu verlieren. Auf die Frage, warum nun innerhalb kürzester Zeit die Pläne für die Modernisierung nun doch schon so konkret sind, schreibt Vivawest, die Planung dafür laufe „seit geraumer Zeit“. Von Beginn an seien Vertreter des Bauministeriums, des Kreises Recklinghausen als Bewilligungsbehörde und der Stadt Waltrop einbezogen worden. Ausdrückliches Ziel der Modernisierung sei „der Erhalt bezahlbarer und bedarfsgerechter Wohnangebote“.

Öffentlich gefördert

Mit der öffentlich geförderten Maßnahme beteilige sich Vivawest an der Offensive „Besser Wohnen – Zu Hause im Quartier“. Zum Zeitpunkt der WZ-Anfrage im Februar seien die Mieter von Vivawest noch nicht informiert worden. „Es ist unser Selbstverständnis, dass eine umfängliche Information unserer Mieter einschließlich der Klärung von individuellen Problemsituationen durch uns erfolgt, nicht über die Presse“, lässt die Pressestelle wissen.

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