Mitglieder der Bürgerstiftung stehen am Hotelm Jammertal und halten Werbematerial fürs Zivilcourage-Projekt in Händen. 
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Die Bürgerstiftung und Schirmherr Joe Bausch (2. v. r.) präsentierten das neue Zivilcourage-Projekt.

ZIvilcourage-Preis

Joe Bausch und die Bürgerstiftung suchen „stille Helden“ in der Corona-Zeit

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Oft kommen sie bescheiden im Gewand einer Krankenschwester oder eines Pflegers oder als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Einzelhandel daher - Corona-“Helden“.

Courage, so sagt es Joe Bausch gerne, fange dort an, wo man jemandem helfe, dem man nicht verpflichtet sei. Und Menschen, die getreu dieser Devise in der Corona-Zeit gehandelt haben und handeln, sind mögliche Preisträger des Zivilcourage-Preises der Bürgerstiftung, der jetzt ausgeschrieben wird.
Die Auszeichnung gab es vergangenes Jahr erstmals – da ging es aber eher um Fälle, in denen Menschen couragiert gehandelt haben, um etwa eine Straftat abzuwenden. Kutlay Ates hatte nicht weggeschaut, sondern beherzt eingegriffen, als in einer Nacht zwei Frauen von einem Mann belästigt worden waren – dafür bekam er den Zivilcourage-Preis.

Mancher verfiel in eine „Schockstrarre“

Diesmal geht es um Menschen, die in der Corona-Krise zu „stillen Helden des Alltags“ geworden sind, während die Pandemie viele andere in eine Art „Schockstarre“ hat verfallen lassen. Oft kommen diese Menschen bescheiden im Gewand einer Krankenschwester oder eines Pflegers, als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Einzelhandel, Mitglied im Sportverein oder hilfsbereiter Nachbar daher. Sie leisten mitunter viel mehr als ihre Rolle oder Berufsbeschreibung verlangt – und betrachten das als selbstverständlich. Genau das, da waren sich der Schauspieler und Arzt Joe Bausch als Schirmherr und der Vorstand der Bürgerstiftung einig, ist die Herausforderung. Denn die Menschen, die man gerne auszeichnen würde, drängen nicht gerade in die Öffentlichkeit.
„Wir müssen den Leuten sagen: Was du tust, ist vielleicht für dich ganz normal, für andere aber nicht“, sagte Joe Bausch bei der Auftaktveranstaltung für die Neuauflage des Zivilcourage-Preis im Landhotel Jammertal in Datteln, die Corona-konform im kleinen Kreis stattfand.

Es geht darum, Vorbilder zu finden

Es gehe darum, Vorbilder zu finden, nicht jedoch darum, „für den Preisträger oder die Preisträgerin in Waltrop oder anderswo ein Denkmal zu bauen“. Will sagen: Vor zu viel Rampenlicht soll sich niemand fürchten, der sich für den Preis interessiert. Schließlich, so Joe Bausch ermunternd, könne man ja, indem man den Preis in Empfang nehme, nochmals Gutes tun. Er jedenfalls freue sich schon darauf, die Geschichten derer kennenzulernen, die sich in dieser besonderen Zeit selbstlos für andere einsetzten.

So läuft die Sache ab: Man kann sich selbst bewerben oder jemand anderen vorschlagen. Dazu gibt es ein Kontaktformular auf der Internetseite der Bürgerstiftung:www.buergerstiftung-emscherlippe-land.de, oder man schreibt eine E-Mail an: info@buergerstiftung-emscherlippe-land.de. Eingereicht werden können die Vorschläge bis zum 15. November. Fragen beantwortet Nadine Sträterhoff von der Stiftung: Tel. 02309/604160. Den Gewinnern wird ein Preisgeld von 5000 Euro zur Weitergabe an gemeinnützige Vereine in der Region sowie ein persönlicher Preis in Aussicht gestellt. Die Preisvergabe ist für Dezember vorgesehen.

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