Apothekerin Helga Gödeke aus Waltrop zeigt die Packung mit dem Grippe-Impfstoff, der aktuell nicht geliefert wird.
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Hofft dringend auf baldige Lieferung, denn die Nachfrage nach dem Grippe-Impfstoff ist groß: Apothekerin Helga Gödeke von der Neuen Apotheke am MZL.

Derzeit ist kein Grippe-Impfstoff verfügbar

Die Einhaltung der AHA-Regeln ist ein guter Schutz auch gegen die Grippe

  • Christine Horn
    vonChristine Horn
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Ärzte und Apotheker warten derzeit auf den Grippe-Impfstoff, denn die Nachfrage ist sehr groß. Nachschub ist noch für diesen Monat angekündigt. Doch die Fachleute sagen auch: Die Einhaltung der AHA-Regeln bedeuten einen guten Schutz gegen die Grippe.

Das Bedürfnis, sich gegen die Grippe impfen zu lassen, ist bei den Waltropern derzeit groß. Jedoch gibt es bei der Beschaffung des Impfstoffes einen Lieferengpass. Waren es im vergangenen Jahr deutschlandweit noch rund 14 Millionen georderte Impfdosen, so wurden wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr fast doppelt so viele bestellt.

„Wir können bis in den Dezember hinein impfen“

Ob es Grund zur Sorge gibt? „Nein“, sagen Dr. Claudia Maier und Annika Ellerbrock aus der Hausarztpraxis am MZL (Medizinisches Zentrum am St.-Laurentiusstift) übereinstimmend. „Zum einen haben wir noch Zeit. Wir können bis in den Dezember hinein impfen“, sagt Dr. Claudia Maier. Und sie fügt hinzu: „Es besteht die Hoffnung, dass sich die Grippe durch die Einhaltung der AHA-Regeln nicht wie sonst ausbreitet.“

Ein Drittel Impfdosen mehr bestellt als 2019

Die beiden Medizinerinnen hatten für ihre Praxis im Vergleich zum Vorjahr rund ein Drittel Impfdosen mehr bestellt. Doch sie reichen nicht. Denn der Anteil derer, die in den Vorjahren auf die Impfung verzichtet hatten, jetzt aber eine Impfung wünschten, sei deutlich gestiegen. Wenngleich der Fokus in der Praxis auf der Versorgung der älteren Patienten liege, betont Annika Ellerbrock. Wie wichtig die Grippe-Impfung sei, unterstreicht Dr. Claudia Maier: „Da gilt es zwei Aspekte zu berücksichtigen: Zum einen kann sich der Patient selber schützen. Zum anderen ist er aber auch kein Überträger.“ Die beiden Ärztinnen hoffen nun auf baldigen Nachschub. „Denn aufgrund von Abstrichen und Einhaltungen der Hygieneregeln kämpfen wir derzeit ohnehin schon an so vielen Fronten“, gibt Dr. Claudia Maier zu bedenken.

Ende Oktober waren schon 22,3 Mio. Dosen freigegeben

Apothekerin Helga Gödeke von der Neuen Apotheke am MZL kann da nur wenig Hoffnung machen. Denn: „Wir haben derzeit keinen Impfstoff.“ Wie das Paul-Ehrlich-Institut am 28. Oktober mitgeteilt hat, waren bis dato 22,3 Millionen Impfdosen freigegeben worden. Und die sind bereits allesamt verbraucht. Unterdessen stellt das Bundesministerium für Gesundheit vier weitere Millionen Dosen zur Verfügung, die eigentlich als Reserve dienen sollten.

„Situation ist sehr unzufriedenstellend“

„Nur wie viel wir davon bekommen, weiß ich nicht“, erklärt die Apothekerin. Sie hat noch 720 Dosen bestellt. „Es hieß, dass Mitte/Ende November diese Reserven ausgeliefert werden würden.“ Die Situation sei sehr unzufriedenstellend. „In den vergangenen Jahren haben wir immer versucht, die Menschen für eine Impfung zu sensibilisieren. Jetzt sind sie bereit dazu, und da gibt es keinen Impfstoff mehr“, bedauert Helga Gödeke, die in den vergangenen Wochen einen wahren Ansturm von besorgten Kunden erlebt hat. Aber auch die Apothekerin sieht letztlich keinen Grund zu großer Sorge: „Denn wenn sich die Leute an den Abstand halten, Kontakte vermeiden, die Maske tragen, lüften und die Hände waschen, dann ist dies ein sehr guter Schutz gegen die Grippe.“

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