Sind mit Feuereifer dabei: Ra‘es, Nils und Noah (v.l.) aus der Klasse 7a des Gymnasiums in Waltrop.
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Sind mit Feuereifer dabei: Ra‘es, Nils und Noah (v.l.) aus der Klasse 7a des Gymnasiums in Waltrop.

Nach dem Corona-Lockdown

Mit Elan zurück in den Präsenzunterricht? Gymnasiasten aus Waltrop haben beim Start in Schulalltag gemischte Gefühle

  • Christine Horn
    vonChristine Horn
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Nach dreimonatiger Zwangspause kamen weitere Schüler aus Waltrop zurück in den Präsenzunterricht. Dankbarkeit, aber auch Angst waren die Wegbegleiter.

Montagmorgen ist knapp die Hälfte des Klassenverbands der 7a des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) in Waltrop erstmals in diesem Jahr wieder in der Schule. Die anderen Klassenkameraden verbringen diese erste Woche zu Hause. Kommenden Montag wird dann gewechselt. Klassenlehrer Michael Kruse ließ seine Schüler entscheiden, wie diese beiden Gruppen gebildet werden würden. Das passierte in einer Videokonferenz. Tom meldet sich: „Bei meinem Bruder war das anders: Da wurde die Klasse in der Mitte geteilt.“ Nach denen, die am Fenster und denen, die auf der Türseite sitzen. Wiederum andere Lehrer trennten nach dem Anfangsbuchstaben des Alphabets.

Maskenpflicht beim Sportunterricht in Waltrop

Eigentlich stünde aktuell Schwimmen auf dem Stundenplan der 7a. Da die Bäder aber weiterhin gesperrt sind, weicht die Klasse in die Turnhalle aus. Selbstverständlich tragen alle Masken. Bevor sie sich kontaktlos endlich bewegen dürfen, erzählen sie von den vergangenen Wochen im Homeschooling. Max zum Beispiel erzählt, dass es ihm sehr gefehlt hat, einmal wieder viele Leute zu sehen. Ra’ed relativiert seine Freude über die Rückkehr: „Wenn wir jetzt Arbeiten hätten schreiben müssen, wäre ich nicht gerne in die Schule gekommen.“ Was viele der Kinder aus Waltrop berichten: Sie hatten Probleme mit der Technik. Bei der Frage, ob die Kinder Respekt oder gar Angst vor dem Ende des Schuljahres im Frühsommer haben, weil man schließlich nicht einschätzen kann, wie gut man mitgekommen ist, herrscht Schweigen in der Runde. Bis Tuana dann aber sagt: „Ja.“

Zocken in Waltrop ohne direkten Kontakt

Michael Kruse kriegt schnell die Kurve, schickt die Kinder mit einem Basket-, einem Fuß- und einem Volleyball in kleinen Gruppen los. Jetzt dürfen seine Schüler zocken. Natürlich ohne direkten Kontakt. Der 59-Jährige sinniert, während er ihnen zuschaut: „Ich habe die große Sorge, dass die Schere weit auseinandergehen wird. Auf der einen Seite stehen die ohnehin guten Schüler, die zu Hause vielleicht zudem noch individuell von ihren Eltern gefördert werden. Auf der anderen gibt es dann die weniger guten Schüler, die durch die aktuelle Situation abgehängt werden.“

Kritik an Schul-Öfffnung in waltrop

Michael Kruse war in den vergangenen 25 Jahren fast nie krank. „Ich habe wenig Angst, dass ich mich anstecke. Sorge habe ich aber, dass ich andere infizieren könnte. Ich verstehe ältere Kollegen, die die Gefahr sehen, sich hier in der Schule zu infizieren.“ Michael Kruse kritisiert die Öffnung der Schulen vor dem Hintergrund der ausbleibenden Teststrategie. „Das finde ich bedenklich.“ Währenddessen zocken seine Schüler weiter. Die Masken nerven bei jedem Sprint, aber die Freude über das neue „Miteinander“ überwiegt. Wenngleich einige von ihnen glauben, dass aufgrund der steigenden Infektionszahlen auch in Waltrop der Spaß nicht von langer Dauer sein wird…

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