Möllerstraße

Lebenshilfe baut Wohnhaus für 750.000 Euro

WALTROP - Früher war das gelbe Gebäude an der Möllerstraße Waltrops erster Kindergarten, später wurde es als Schulkindergarten und von der Caritas zur Hausaufgabenbetreuung genutzt. Jetzt zieht neues Leben ein in die alte Kolonie: Die Lebenshilfe lässt das baufällige Gebäude abreißen und baut ein Haus mit neun Wohnplätzen für Menschen mit Behinderung.

Das Haus war einst im Zuge der Zechenansiedlung gebaut worden. Als die Waltroper Zeche im Jahr 1979 schließen musste, übertrug die Ruhrkohle Haus und Grund an die Stadt Waltrop. Mit einer Bedingung: „Es sollte immer eine Nutzung aus dem sozialen Bereich erfolgen“, so Dezernent Gottfried Oelenberg. Daher habe die Stadt das Grundstück, das seit letzten Sommer ungenutzt ist, auch nicht einfach an den Höchstbietenden veräußern können: „Wir haben seit drei Jahren versucht, eine soziale Einrichtung an diesen Standort zu bekommen“, so Oelenberg. Mit der Lebenshilfe hat eine örtliche Einrichtung jetzt den Zuschlag bekommen.

Der Rat der Stadt stimmte dem Erbbaurechtsvertrag zwischen Stadt und Lebenshilfe in seiner letzten Sitzung Ende März zu. „Das ging schneller, als wir dachten“, sagt Christoph Haßel-Puhl, Geschäftsführer der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.. Er ist froh, den Zuschlag bekommen zu haben: „Es gibt einen steigenden Bedarf an Wohnungen für Menschen mit Behinderung.“ Diesem werde die Lebenshilfe nun gerecht. Christoph Boelhauve erläutert: „Es gibt den politischen Auftrag, dass ambulante Hilfe der stationären Hilfe vorzuziehen ist.“

Statt in großen, abgeschotteten Wohnstätten zu leben, sollen die zu betreuenden Personen in kleinen, offenen Wohneinheiten untergebracht werden. „Dadurch wird ein selbstständigeres Leben möglich, mit individueller, ambulanter Hilfe durch verschiedene Dienstleister“, sagt Boelhauve. Auf dem 1 500 qm großen Grundstück soll bis Ende 2013 ein zweieinhalbgeschossiges Haus mit rund 480 qm Wohnfläche entstehen. Neun Menschen mit Behinderung können dann in ihren eigenen Appartements wohnen. „Die Plätze sind auch bereits vergeben“, sagt Christoph Haßel-Puhl. In den kommenden Monaten werden die Bewohner auf den Umzug vorbereitet. Insgesamt werden der Neubau und die Umgestaltung des Grundstücks rund 750 000 Euro kosten. Die Lebenshilfe geht davon aus, öffentliche Fördergelder zu erhalten. Dennoch müssen 20 Prozent Eigenkapital aufgebracht werden: „Das werden wir mit Hilfe von Unterstützern schaffen“, sagt der Lebenshilfe-Vorsitzende Josef Schaper.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Bahn-Pendler in NRW müssen sich komplett umstellen: Neuer VRR-Fahrplan ab dem 15. Dezember
Bahn-Pendler in NRW müssen sich komplett umstellen: Neuer VRR-Fahrplan ab dem 15. Dezember
62-facher Missbrauch in Datteln - nun steht plötzlich der Prozess auf der Kippe
62-facher Missbrauch in Datteln - nun steht plötzlich der Prozess auf der Kippe
Nächster Raubüberfall, wieder mit Machete - diesmal trifft es einen Discounter 
Nächster Raubüberfall, wieder mit Machete - diesmal trifft es einen Discounter 
Nach Diebstahl: Polizei sucht junge Frau mit Foto - auf dem Bild ist sie gut zu erkennen
Nach Diebstahl: Polizei sucht junge Frau mit Foto - auf dem Bild ist sie gut zu erkennen
Küchenbrand an der Friedhofstraße: Besitzer holen Hund selbst aus dem Haus
Küchenbrand an der Friedhofstraße: Besitzer holen Hund selbst aus dem Haus

Kommentare