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Die Rieselfelder zwischen Waltrop und Datteln.

newPark-Diskussionsrunde

Was steckt wirklich hinter der kurzfristigen Absage?

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Waltrop - Die Absage kam recht kurzfristig und überraschend: Eigentlich hatte der SPD-Stadtverband Waltrop vergangene Woche Montag zu einer Podiumsdiskussion zum Thema newPark in die Stadthalle eingeladen. Ziel sei es, „alle Anwesenden auf den aktuellen Stand der newPark-Planungen zu bringen“, hieß es. Doch dann der Rückzieher: Die Veranstaltung fiel aus.

Die Begründung mutete etwas kurios an: Weil es so viele positive Rückmeldungen gegeben habe, habe man sich entschlossen, die Diskussion breiter aufzustellen und ans Ende einer ganzen newPark-Reihe zu stellen, teilte SPD-Stadtverbands-Vorsitzender Marcel Mittelbach mit. Seither halten sich in der Stadt Spekulationen, ob das die ganze Geschichte hinter der Absage ist.

Finke: „Das wäre sicher interessant geworden“

„Mich hat die Absage sehr überrascht“, sagt CDU-Stadtverbandschef Ludger Finke. Der Chef des Kreises, der das newPark-Gelände gekauft hat, in der Diskussion mit einem profilierten erklärten Gegner des Projektes – das habe doch eine interessante Veranstaltung zu werden versprochen. „Und ich hätte sie sicher auch besucht.“ Selbst wenn das Interesse groß war – an Kapazitäten hätte es sicher nicht gefehlt. „Die Stadthalle fasst 600 Leute“, erinnert Finke.

Bleibt die Frage, was die SPD damit meint, wenn sie die Diskussion „breiter aufstellen“ will. Gab es von irgendeiner Seite Vorbehalte dagegen, dass der Landrat und der BUND-Fachmann zu diesem Zeitpunkt direkt und ohne weitere Diskutanten aufeinandertreffen? Denn es wäre wohl nicht nur um Information, sondern auch um eine höchst kontroverse Diskussion gegangen, die möglicherweise nicht jedem gelegen gekommen wäre. Weiter hieß es nämlich in der Einladung: „Unter dem Motto ,Pro’ trifft ,Contra’ werden Landrat Cay Süberkrüb und BUND-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Krämerkämper den Anwesenden die Vor- und Nachteile des geplanten Industrieareals näherbringen, sodass sich jeder sein eigenes Bild von den aktuellen Entwicklungen des geplanten Projekts machen kann.“

Krämerkämper, der vor der geplanten Veranstaltung erst durch unsere Redaktion erfuhr, dass sein Gegenüber der Landrat sein würde, sagte gestern auf Anfrage, er habe ein großes Interesse an der geplanten SPD-Diskussion wahrgenommen – auch von Menschen, die sonst nicht zu parteipolitischen Veranstaltungen gehen. Das zeige den Bedarf, über das Thema zu reden. Über Hintergründe der Absage, die ihn „wenige Tage“ vor dem geplanten Termin ereilte, wolle er öffentlich nicht spekulieren.

Landrat steht für neuen Termin zur Verfügung

Kreis-Pressesprecher Jochem Manz sagte auf Anfrage, die Veranstaltung sei gegenüber dem Landrat so beschrieben worden, dass es um ein „Update“ hinsichtlich des newParks gehe. Ob der Landrat zum Zeitpunkt seiner Zusage wusste, mit wem er diskutieren sollte, konnte Manz nicht sagen. Bei einem eventuellen neuen Termin stehe der Landrat jedenfalls wieder als Teilnehmer zur Verfügung, wenn er es zeitlich einrichten könne – und zwar unabhängig davon, wer mit ihm auf dem Podium sitze. Das soll wohl heißen: Keineswegs „kneift“ Süberkrüb vor einer Diskussion mit dem wortgewandten und fachkundigen BUND-Vertreter.

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