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Henryette Birkel-Nagel aus Mönchengladbach war am Freitag das erste Mal seit 30 Jahren wieder im Hebewerksmuseum.

Schiffshebewerk-Museum

Dauer-Ausstellung wird überarbeitet

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WALTROP - Ein Vierteljahrhundert als ist sie schon, die Dauerausstellung des LWL-Museums Schiffshebewerk. Ein Vierteljahrhundert, in dem die Forschung einige Schritte weiterkam, in dem auch Museumskultur sich wandelte. Deswegen gibt's jetzt einen "frischen Anstrich" für die Dauerausstellung in der Maschinenhalle.

Zurzeit werde per Ausschreibung ein Gestaltungsbüro gesucht, das die Arbeiten fachlich begleitet, sagt Museumsleiter Dr. Arnulf Siebeneicker. Touchscreens zum Beispiel, wie sie heute gang und gäbe sind, waren vor 25 Jahren noch unglaublich teuer. Künftig werden sie auch in der überarbeiteten Schau in Waltrop eine große Rolle spielen. Auch will man ausländischen Besuchern künftig mehr entgegenkommen und Erklär-Texte nicht nur in deutscher, sondern auch in englischer Sprache zur Verfügung stellen.

Neue Akzente

Neue inhaltliche Akzente wollen die Macher ebenfalls setzen, zum Beispiel zum Thema Zwangsarbeit auf Kanalschiffen (siehe auch Info-Kasten).

Hebewerk bleibt zugänglich

Im Zusammenhang mit dem Thema Zwangsarbeit auf den Kanalschiffen erinnert Herbert Niewerth an die Geschichte von Jozef Wieczorkiewiecz aus Polen. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit fand er 1999 im Alten Schiffshebewerk nach 54 Jahren seine „Nixe“ wieder. Auf dem Dampfbereisungsboot leistete er während des Krieges zwei Jahre lang als Heizer Zwangsarbeit. Die Schilderungen des Polen und seine Begegnung in Waltrop wurden in einem Videofilm festgehalten. Der Film und ein Bestätigungsschreiben von Niewerth verhalfen dem Polen zu einer Entschädigungszahlung für das erlittene Unrecht.

Die Ausstellung und auch das Museumsschiff „Franz-Christian“ werden während der Umgestaltung für zwei bis drei Monate nicht für Besucher geöffnet sein. Die Haupt-Attraktion, das Hebewerk selbst, bleibt aber zugänglich. Ebenso das Oberwasser mit dem Hafenmeister-Gebäude, in dem zurzeit die Ausstellung „Zum Wohl“ zur Kulturgeschichte der Getränke zu sehen ist.

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