Größer werden die Maispflanzen von Thomas Witte leider nicht.

Erntevorschau

Der Klimawandel und der Mais - Wie lange geht das noch gut?

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Wenn Landwirt Thomas Witte auf sein Maisfeld schaut, wird er wehmütig. Auch in diesem Jahr wird der Ertrag wohl nicht reichen, um all seine Schweine füttern zu können. 

Die Spitzen der Maispflanzen sind vertrocknet. Einige Pflanzen hätten hätten nicht überlebt, wenn nicht in den vergangenen Tagen Regen herunter gekommen wäre. In diesem Monat maß die Wetterstation "Im Abdinghof" 43,8 Liter je Quadratmeter. Im Juli waren es 24,3, im Juni 33,2 l/m2. Doch der Regen kam zu spät, sagt Ortlandwirt Thomas Witte. Denn schon jetzt ist klar: Bei der diesjährigen Ernte muss er, so schätzt er, mit Einbußen von 20 bis 25 Prozent rechnen. 

Nicht nur finanziell bitter

Der Waltroper Ortslandwirt braucht den Futtermais, nicht, um ihn zu verkaufen, sondern um seine 1000 Schweine zu ernähren. „Unser Silo ist schon seit drei Wochen leer“, erzählt er. Sämtliche Reserven aufgrund der schlechten Ernte im vergangenen Jahr aufgebraucht. Dafürlief die Getreideernte etwas besser.

Ein Verlustgeschäft

Thomas Witte erwartet einen Ertrag von sieben bis acht Tonnen Mais je Hektar. Damit sich die Ernte rechnet, wären mehr als 10t/ha nötig. Ein Verlustgeschäft. Regen hat in der Wachstumsphase der Pflanzen gefehlt. Das Problem sind viele kleine Schauer, bei denen unten an den Wurzeln der Pflanze nicht viel ankommt. Zahlreiche Pflanzen sind deutlich zu klein. 

Künstliches Beregnen in Waltrop keine Option

„Wir bauen schon frühreife Sorten an. Die haben von Haus aus eine größere Dürretoleranz“, berichtet Thomas Witte. Die Pflanzen zu beregnen, ist keine Option: „Wir haben das Wasser nicht“, sagt er.

Maisernte in Waltrop beginnt früher

Die Ernte beginne in der Regel Anfang Oktober, dieses Mal wohl schon Mitte September. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass die kleineren, dünneren Kolben nicht durch die Erntemaschine rutschen. Um die Schweine zu füttern, werden lediglich die Kolben gebraucht. 

Probleme für Rindviehhalter

Rinder bekommen die ganze Pflanze. „Für die Rindviehhalter sieht es schlechter aus“, prognostiziert Thomas Witte. Auch weil einige der unbefruchteten Pflanzen die Krankheit Maisbeulenbrand ausgebildet haben. Eine geringe Menge macht nichts aus. Zu viele der giftigen Pilze können allerdings schädlich für die Tiere sein. 

Über Alternativen nachdenken

Weglassen kann er den Mais nicht. Es ist eine Gesundungsfrucht und hilft bei der Fruchtfolge. „Natürlich denkt man nach zwei solchen Jahren über Alternativen nach“, sagt Thomas Witte. In seinem Fall über den Anbau von Soja. In Bayern werde das bereits ausprobiert. Wenn das Klima so bleibe, könnte das eine Option sein. Denn tierische Proteine, etwa aus Fischmehl, dürfen die Tiere nicht mehr bekommen. Da setzt der Schweine-Halter auf Eiweiß, das bislang noch aus anderen Ländern importiert werden muss.

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