Ein Anhänger mit Protestaufschrift steht auf der Straße Im Dicken Dören in Waltrop
+
Die Anwohner des Areals „Im Dicken Dören“ im Süden des Waltroper Stadtgebietes machen schon seit Längerem mit diversen Aktionen ihrem Ärger Luft.

Industrie- und Gewerbegebiet

Planungswerkstatt „Im Dicken Dören“: Nur drei Anwohner machten mit

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
    schließen

Die Stadt Waltrop wollte die Anwohner des Industriegebiets „Im Dicken Dören“ eigentlich ins Boot holen, lud zu einer Planungswerkstatt ein. Aber jetzt scheint das Tischtuch zerschnitten. Nur drei Anwohner nahmen noch an der zweiten Werkstatt-Auflage teil.

Update 13. April: Sie hatten sich lange auf diesen Termin vorbereitet: Vier renommierte Fachgutachter für Lärm, Verkehr, Arten- und Naturschutz, Freizeitwert und Grundstückspreise. Die Stadtplanungs-Abteilung aus dem Waltroper Rathaus. Der Geschäftsführer des Fahrzeugbauers Langendorf, Klaus P. Strautmann. Eine Vertreterin von NRW.urban, der Landes-Tochtergesellschaft, die der Stadt bei der Flächenentwicklung hilft. Der umsichtige Moderator Volker Nicolaus. Allein: Ganze drei Anwohner – zwei Angehörige einer Familie, die gemeinsam vor einem Rechner saßen und ein weiterer Nachbar des „Dicken Dören“ – wollten sich am Montagabend in der zweiten Runde der Online-Werkstatt darüber informieren lassen. Sie wollten wissen: Welche Erkenntnisse haben die Gutachter bisher zu möglichem zusätzlichen Lärm, Verkehr, zusätzlicher Umweltbelastung und einer möglichen Entwertung ihrer Immobilien durch eine Umsiedlung des Fahrzeugbauers Langendorf vor ihre Haustür gewonnen? Und sie waren eingeladen, mit eigenen Anregungen den weiteren Gang der Dinge zu beeinflussen.

Kleingruppen-Arbeit fiel aus

Trotz dieser Absage der Initiative „Nein! Zum Dicken Dören“ hatten die Initiatoren doch gehofft, dass ein paar Anwohner mehr das Angebot weiter wahrnehmen würden. Doch so sollte es nicht kommen – im Gegenteil. Als sich der einzeln teilnehmende Bürger gegen Mitte der Veranstaltung auch noch verabschiedete, waren’s nur noch zwei, die nach den Vorträgen der Gutachter immer wieder direkt angesprochen wurden. Angesichts der Teilnehmerzahl wurde der Plan verworfen, in Kleingruppen an bestimmten Themen zu arbeiten.

Das hatten wir zunächst berichtet: Das Aktionsbündnis „Nein! Zum Dicken Dören“ will nicht weiter am informellen Online-Beteiligungsverfahren zur Umsiedlung des Waltroper Fahrzeugbauers Langendorf mitwirken. Das sagte Waltrops Stadtplaner Andreas Scheiba unserer Zeitung. Scheiba zeigte sich von diesem Entschluss des Bündnisses überrascht.

Anwohner fühlen sich nicht „mitgenommen“

In einem Beitrag auf der Internetseite www.mengede-intakt.de ist die Sicht des Bündnisses näher erörtert. Dort heißt es über die erste Planungswerkstatt am 22. März: „Drei Ziele gab Bürgermeister Mittelbach zur Begrüßung: die Anwohner informieren, ihre Sorgen entgegennehmen und Fragen klären. ,Wir wollen Sie mitnehmen’, erklärte er. Aber schon bald zu Beginn der gut dreistündigen Sitzung zeichnete sich ab, dass es mit dem ,Mitnehmen‘ wohl nichts werden könnte.“ Im Gegensatz zum Aktionsbündnis stehe für die Stadt Waltrop das „Ob“ einer Langendorf-Ansiedlung nicht zur Debatte, sondern nur das „Wie“.

Klagt das Bündnis gegen Waltrop?

Jetzt überlegt das Bündnis, sich der geplanten Klage der Stadt Dortmund anzuschließen - oder selbst zu klagen. Diese Absicht haben sie auch in einem Schreiben an Waltrops Bürgermeister Marcel Mittelbach notiert. In dem Brief stünden Argumente gegen das Projekt, die einer Fakten-Prüfung nicht standhielten, sagte Stadtplaner Scheiba. Für den Fahrzeugbauer Fahrzeugbauer Langendorf, der zur polnischen Wielton GmbH gehört, ist es bekanntlich schon lange zu eng am jetzigen Standort in der Stadtmitte Waltrops; auf dem Gebiet “Im Dicken Dören“ wäre viel mehr Platz.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Erst Diesel im Boden, dann Telefonleitung durchtrennt: Jetzt geht‘s an die Entstörung
Erst Diesel im Boden, dann Telefonleitung durchtrennt: Jetzt geht‘s an die Entstörung
Erst Diesel im Boden, dann Telefonleitung durchtrennt: Jetzt geht‘s an die Entstörung
Großes Hickhack um Schulöffnung: Was gilt denn nun ab Montag in Waltrop?
Großes Hickhack um Schulöffnung: Was gilt denn nun ab Montag in Waltrop?
Großes Hickhack um Schulöffnung: Was gilt denn nun ab Montag in Waltrop?
Coronavirus in Waltrop: Gesamtzahl der Infektionen steigt um acht Fälle
Coronavirus in Waltrop: Gesamtzahl der Infektionen steigt um acht Fälle
Coronavirus in Waltrop: Gesamtzahl der Infektionen steigt um acht Fälle
„Felling“-Sanierung: Jetzt steht der Starttermin fest
„Felling“-Sanierung: Jetzt steht der Starttermin fest
„Felling“-Sanierung: Jetzt steht der Starttermin fest
Frank Buxel ist neuer Siedler-Chef
Frank Buxel ist neuer Siedler-Chef
Frank Buxel ist neuer Siedler-Chef

Kommentare