Reh-Bock ertrunken

Wildausstieg in Oberwiese würde Leben retten

  • Martin Behr
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WALTROP - Am Sonntag ist die Feuerwehr einmal mehr nach Oberwiese ausgerückt, um ein ertrunkenes Reh aus dem Kanal zu ziehen. Es war kein ungewöhnlicher Einsatz, denn dort verunglücken (zu) regelmäßig Tiere.

Es ist ein Ärgernis für Jodokus Niermann. Schon wieder ist in seinem Jagdrevier ein Reh-Bock im Kanal verunglückt. „Das kommt hier viel zu oft vor“, sagt der Landwirt, der findet: „Hier muss man langsam mal über einen Wildausstieg nachdenken.“

Auch die Feuerwehr bestätigt Niermanns Eindruck. Von den jährlich 15 bis 20 Tierrettungs- oder Tierbergungseinsätzen fänden „die allermeisten in Oberwiese statt“, sagt Ludger Thiedmann. Der Grund liegt dabei auf der Hand: Die hohen Spundwände, die sich beidseitig über Hunderte Meter erstrecken, lassen den ertrinkenden Wildtieren keine Chance.

Zehn tote Rehe und Wildschweine im Jahr 2017

Auch der Waltroper Hegering kennt das Problem am Dortmund-Ems-Kanal. „In Oberwiese gibt es eine Häufung“, sagt Vorsitzender Franz-Josef Stratmann. Er führt Statistik darüber, wie viele Wildtiere in Waltrop wie ums Leben kommen. Etwa zehn Rehe und Wildschweine seien im vergangenen Jahr genau dort ertrunken, sagt Stratmann. Das sei zu viel. Die Idee eines Wildausstieges begrüßt er daher sehr. „Wir als Hegering dürfen so etwas aber nicht einfach anlegen“, sagt Stratmann. Zuständig sei hier das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) als Eigentümer der Bundeswasserstraße.

WSA will nun Möglichkeiten prüfen

Dass die Situation in Oberwiese bedenklich ist, hatte das WSA bisher nicht auf dem Schirm. Im Gespräch mit unserer Redaktion gestern versichert Rainer Nowak, Technischer Mitarbeiter des Außenbezirks Datteln: „Naturschutz ist uns wichtig, deshalb werden wir das prüfen.“ Denn grundsätzlich gebe es Möglichkeiten, Tieren einen Ausstieg zu schaffen. Am Datteln-Hamm-Kanal in Bergkamen, so weiß Nowak, sei bereits so ein Wildausstieg gebaut worden.

Ein Problem in Oberwiese könnte jedoch die Dammlage des Kanals darstellen. Denn das Wasser liegt dort deutlich über dem Niveau des Umlandes. Weil ein Wildausstieg laut Nowak allerdings „wie eine Parkbucht“ angelegt sein muss und nicht in die eigentliche Wasserstraße hereinragen darf, muss ausreichend Platz am Rand vorhanden sein. „Das müssen wir uns vor Ort angucken, welche Möglichkeiten es gibt“, sagt der WSA-Mitarbeiter, der sich dem Thema nun widmet.

Wie man Maulwürfe zurückärgern kann.

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