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Zwei weitere Hochbunker gibt es – neben diesem an der Velsenstraße – in Waltrop. Sie stehen am Stutenteich ("Kulturbunker") und am Ostring. Der ehemalige Nazi-Tiefbunker an der Hochstraße/Ecke Große-Geist-Straße wurde im März 2015 abgerissen.

Relikt aus Kriegszeiten

Velsenstraßen-Bunker kommt unter den Hammer

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Waltrop - Der Hochbunker an der Velsenstraße wird versteigert. Startgebot: 65.000 Euro. Wenn der Hammer im noblen Hilton-Hotel in Köln fällt, wird indes von den Kriegs-Dramen, die sich dort abspielten, keine Rede mehr sein...

Die Nacht vom 3. auf den 4. Mai 1943 wird Willi Herden nie vergessen. „Ich dachte, die Welt geht unter“, erzählt der Ur-Waltroper, der die schlimmen Geschehnisse und Bilder damals mit Kinderaugen sah. Alliierte Bomber flogen einen schweren Luftangriff auf Dortmund. Zwar war die Nachbarstadt das Hauptziel, jedoch regnete es auch in Waltrop todbringende Fliegerbomben vom Himmel. „Ich vermute, das waren Notabwürfe“, sagt Willi Herden heute.

Wasser stand in dem Beton-Klotz

„Zu diesem Zeitpunkt war der Bunker noch im Rohbau“, erinnert er sich. Ausgerechnet – denn die zwei Meter dicken Stahlbetonwände hätten in dieser Nacht den besten Schutz geboten für die Menschen in der Alten Kolonie. Jede Menge Wasser stand in dem fensterlosen Beton-Klotz, dessen Dach bis heute nicht vollständig geschlossen ist. So harrten Willi Herden und seine Familie im Keller ihres Zechenhauses aus, bis der Luftangriff vorüber war.

Der Tag des Einmarsches

„Immer mal wieder“ haben in der Folgezeit im Zweiten Weltkrieg Willi Herden und einige Nachbarn den Bunker zum Schutz aufgesucht. Das letzte Mal am Tag des Einmarsches der amerikanischen Truppen am 4. April 1945: „Wir wussten ja nicht, was uns erwartet. Von der NS-Führung wurden wir darauf vorbereitet, dass uns die Amis abschlachten wollen“, erzählt Willi Herden.

Versteigerung am 10. Dezember

Der Bunker an der Velsenstraße hat vier Stockwerke, eine Heizungsanlage und steht auf einem 1 644 m² großen Grundstück.

Was nun mit dem Bunker passiert? Für den 10. Dezember ist der Versteigerungs-Termin angesetzt – ab 10 Uhr im Hilton-Hotel in Köln. 65.000 Euro ist der Mindestpreis, den der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Eigentümer des Bunkers erzielen will. Was dann mit dem Bauwerk passiert, bleibt abzuwarten. Ein Abriss dürfte die unwahrscheinlichere Lösung sein, da dies ein teures Vorhaben wäre. Immer häufiger lassen Investoren indes Luxus-Penthäuser auf Hochbunker bauen – etwa in Recklinghausen oder in Hamm.

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