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Bei ihrer ersten Aktion setzte die Waltroper Seebrücke ein Zeichen.

Hilfe für Menschen in Not

Menschen retten statt sie ertrinken zu lassen: Wie engagierte Waltroper das anstellen wollen

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Seit Anfang Oktober sind zahlreiche Waltroper Teil des riesigen Netzwerkes Seebrücke. Sie haben bereits einiges erreicht.

"Wir dürfen nicht nur erzählen, dass wir Menschen helfen müssen, sondern es auch machen und das auch von der Politik auch fordern“, sagt Manuel Droletz. Der junge Waltroper ist in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Er hat gemeinsam mit einigen Mitstreitern im Oktober die internationale Bewegung "Seebrücke" nach Waltrop geholt. Mittlerweile hat die wachsenede Zahl an Mitgliedern schon einiges geschafft. 

Unter anderem machte die Seebrücke Waltrop im November 2019 mit einer Plakat-Aktion an der St.-Peter-Kirche mit klaren Botschaften gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik auf sich aufmerksam. 

Kreative Köpfe gesucht

Am Sonntag, 4. August, trifft sich die Seebrücke, um ihre nächste Aktion zu planen. Dann wird ab 12 Uhr im Büro der Grünen, Rösterstraße 1, eifrig gebastelt. Alle interessierten und kreativen Köpfe aus Waltrop und auch aus der Umgebung sind eingeladen, teilt das Team der hiesigen Seebrücke mit. Im Anschluss daran sind die Helfer auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen ins Café im Haus der Begegnung eingeladen. „Gerne können Bastelmaterialien wie Karton, Farbe, Pinsel und orangefarbenes Papier mitgebracht werden“, teilt die Seebrücke mit. 

Banner im Stadtgebiet aufgehängt

Mehrere Banner im Stadtgebiet haben Anfang Juli dafür gesorgt, den Fall der deutschen Sea-Watch-Aktivistin Carola Rackete bekannt zu machen. „Waltrop liegt am Mittelmeer“ hieß es auf einem Banner an der Stadthalle, „Siamo tutti Carola“ – „Wir sind alle Carola“ an der Leveringhäuser Straße und „La Capitana eine Heldin“ am Kreisel Am Moselbach/Bahnhofstraße. Rackete hatte das Rettungsschiff „Sea Watch 3“ mit Flüchtlingen an Bord in den Hafen von Lampedusa gesteuert, obwohl die italienische Regierung das verboten hatte. Dabei entbrannte die Frage: War es eine Heldentat, die Flüchtlinge zu retten – oder einfach nur kriminell? 

Bis sich Waltrop zum sicheren Hafen bekennt

Sichere Häfen wie Dortmund, Leipzig, Kassel oder Köln geben Geflüchteten ein neues Zuhause, weil ihr altes nicht mehr existiert. Das machen wir hier in Waltrop aber auch, deswegen war es wichtig, hier ein sichtbares Zeichen zu setzen. Und wir werden weitere Ausrufezeichen setzen, und zwar so lange bis Waltrop sich offiziell zu einem sicheren Hafen bekennt“, erklärt Seebrücke-Sprecher Manuel Droletz. Er betont, dass die Flüchtlingsarbeit in Waltrop einen hohen Stellenwert bei der Bevölkerung hat. „Waltroper und Waltroperinnen waren schon immer sehr sozial und hilfsbereit. Wir identifizieren uns mit Carola Rackete und zeigen mit den Bannern: Wir sind alle so wie du! Und wir sind sehr stolz auf dich! Menschenretter*in wie Ärzte, Bademeister, Sanitäter, DLRG, etc. waren früher Helden und das sind sie auch heute noch! Daran erinnern wir. (La Capitana, eine Heldin)“, heißt es von der Seebrücke. 

Durchweg positive Resonanz

Die Resonanz auf die Banner sei durchweg sehr positiv gewesen. Es wurde sogar ein weiteres Banner dazugehängt mit der Aufschrift: „Change the system not the climate“ – ändert das System, nicht das Klima. „Das zeigt mehr als deutlich, wofür wir Waltroper stehen“, so Droletz. Er wünscht sich weitere Helfer, die die Intitiative unterstützen. Jeder, der helfen will, ist beim Bastel-Treffen willkommen.

Für Entkriminalisierung von Seenotrettung

Die Initiative Seebrücke setzt sich für sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder noch auf der Flucht sind, ein. Mehr als 150.000 Menschen seien bis heute im Namen der Bewegung Seebrücke auf die Straßen gegangen, heißt es auf der Internetseite der Seebrücke. 

Fragen beantwortet die Seebrücke Waltrop auf ihrer Facebook-Seite und per E-Mail unter: seebruecke@waltrop.org

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