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Symbolbild Missbrauch

Waltroper (54) angeklagt

Sex-Übergriff: "Stiefonkel" bestreitet, sich an Grundschülerin vergangen zu haben

Nach einem mutmaßlichen Sex-Übergriff auf eine Grundschülerin muss sich ein 54-jähriger Waltroper vor Gericht verantworten. Laut Anklage liegt der Vorfall mehr als 15 Jahre zurück.

Die Anklage spricht von schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern, der Mann auf der Anklagebank weist das zurück: Ein 54-jähriger Waltroper steht seit Donnerstag in Bochum vor Gericht. Der Angeklagte soll im Zeitraum von 2002 bis 2004 in seiner Waltroper Wohnung als „Stiefonkel“ auf ein damals sechs- bis siebenjähriges Mädchen aufgepasst und sich am Rande einer Massage an dem Kind sexuell vergriffen haben. 

Angeklagter lässt Vorwürfe zurückweisen

Der Angeklagte ließ die Anklagevorwürfe über seinen Verteidiger zurückweisen. „Mein Mandant bestreitet die Tat, wird aber keine weiteren Angaben dazu machen“, erklärte Rechtsanwalt Jean-Pierre Jebing. Das heute 23 Jahre alte mutmaßliche Opfer erinnerte sich dagegen zum Prozessauftakt vor der 9. Strafkammer am Bochumer Landgericht noch relativ genau an den Vorfall zurück. 

Strafanzeige im November 2016 gestellt

Die Belastungszeugin hatte im November 2016 Strafanzeige gegen ihren früheren „Stiefonkel“ erstattet. Auslöser dafür sei gewesen, dass sie einige Zeit zuvor nach einem zufälligen Aufeinandertreffen mit dem Angeklagten eine Panikattacke erlitten habe. Nach eigenen Angaben will die 23-Jährige etwa im Alter von zwölf Jahren begonnen haben, sich mit den Geschehnissen auseinanderzusetzen. Jahrelang, betonte die junge Frau, habe sie überhaupt keine Probleme mit dem Angeklagten – dem Bruder ihres damaligen Stiefvaters – und dessen Familie gehabt.

Zeugin hat noch recht genaue Erinnerungen an Ablauf

An den Ablauf des mutmaßlichen Übergriffs hatte die Zeugin noch recht genaue Erinnerungen, den Zeitraum konnte sie dagegen nur vage eingrenzen. Am fraglichen Tag des mutmaßlichen Übergriffs sei sie oben in dem Drei-Zimmer-Wohnbereich des Angeklagten gewesen. „Ich kann mich auf jeden Fall daran erinnern, dass ich wie schon öfter etwas gemalt habe“, so die Belastungszeugin. Dann sei sie rüber zum Angeklagten ins Schlafzimmer gegangen, weil der heute 54-Jährige sie damals gefragt habe, ob er sie massieren soll. Bei der anschließenden Massage sei der Angeklagte dann mit seinen Händen vom Hals, über den Rücken immer tiefer gegangen. 

Zwei weitere Verhandlungstage

Für den Prozess haben die Bochumer Richter vorerst noch zwei weitere Verhandlungstage anberaumt. Im Falle einer Verurteilung droht dem angeklagten Informatiker aus Waltrop im für ihn ungünstigsten Fall eine Mindeststrafe von zwei Jahren. „Ohne Geständnis“, betonte Richter Volker Talarowski, sei eine Bewährungschance dann außer Reichweite.

Für eine Teil-Vergewaltigung hat das Landgericht Bochum unlängst zwei Waltroper (16/19) zu Dauerarresten verurteilt. "Zuchtmittel" nennt sich das im Jugendstrafrecht - das letzte Mittel vor einer Jugendstrafe.

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