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Prozess am Amtsgericht

So erklärt eine Waltroperin den Falschgeld-Fund in ihrer Wohnung

  • Jörn Hartwich
    vonJörn Hartwich
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Eigentlich hatten die Polizisten in der Wohnung der jungen Waltroperin nach Drogen gesucht. Sie fanden aber noch etwas anderes...

Da staunten die Polizisten nicht schlecht. Als sie vor rund einem Jahr die Wohnung einer jungen Frau in Waltrop durchsuchten, hatten sie es eigentlich auf Drogen abgesehen. Doch dann fiel ihnen ein Bündel Falschgeld in die Hände. Vor Gericht überraschte die 20-Jährige am Mittwoch mit einer einfachen Erklärung.

Laut Aufdruck „ungültige“ Scheine

Nach ihren Angaben war alles nur Pokergeld – um das Spiel etwas echter aussehen zu lassen. „Es hat nie meine Wohnung verlassen“, sagte sie im Prozess am Amtsgericht Recklinghausen. An echte Einkäufe habe sie nie gedacht. Bei dem Geld handelte es sich um 28 falsche Fuffziger, also um Blüten mit einem Nennwert von 1400 Euro. Die Deutsche Bundesbank hatte dazu später in einem Kurzgutachten geschrieben, dass die Scheine zwar im Detail verändert, im Zahlungsverkehr aber grundsätzlich mit echtem Geld zu verwechseln seien. Was allerdings doch etwas überrascht. Tatsächlich waren die Blüten mit einem Extra-Aufdruck versehen. Der war zwar klein, aber eindeutig: „Invalid“ stand darauf. Ungültig.

Geld „an Silvester zum Pokern mitgebracht“

Die Angeklagte war sich deshalb auch keiner Schuld bewusst. Sie behauptet, dass das Falschgeld an Silvester 2018 von Freunden mit in ihre Wohnung gebracht worden sei. „Damit haben die dann gepokert“, sagte sie den Richtern. Sie selbst habe es später einfach zur Seite gelegt. Wer das Falschgeld ursprünglich besessen habe, wisse sie nicht mehr. Auch dafür, dass auf den Scheinen die Fingerabdrücke ihres Freundes gefunden worden sind, hatte sie eine Erklärung. „Der hat sie sich einfach nur mal angeguckt.“

Angeklagte will „keinen reinreißen“

Wer damals sonst noch mit in ihrer Wohnung war, wollte die Waltroperin im Prozess nicht verraten. „Das weiß ich nicht mehr“, so ihre Antwort. Um dann später noch zu ergänzen: „Ich möchte da keinen reinreißen.“

Noch kein Freispruch

Bis jetzt gibt es zwar offenbar noch keine Beweise dafür, dass sie das Falschgeld wirklich in Umlauf bringen wollte. Für einen sofortigen Freispruch war es Staatsanwaltschaft und Gericht aber zu früh. Sie wollen ermitteln, wer mit zur angeblichen Pokerrunde gehörte, um den Prozess mit Zeugen noch einmal neu zu beginnen.

Drogen-Verfahren schon eingestellt

Ein bisschen Marihuana war bei der Wohnungsdurchsuchung übrigens auch gefunden worden. In diesem Punkt war das Strafverfahren gegen die 20-jährige Waltroperin jedoch schon einem früheren Amtsgerichts-Prozess eingestellt worden.

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