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Schleuse Henrichenburg gesperrt wegen turnusmaessiger Bauwerks-Prüfungen

Sperrung in Henrichenburg

Reparaturanfällige Schleuse als „rotes Tuch“

WALTROP/DORTMUND - Dass die Schleuse Henrichenburg häufig gesperrt ist, sorgt für Unmut. Die Firmen am Dortmunder Hafen sind dann aufgeschmissen, denn kein Schiff kommt dann dorthin. Auch NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst konnte da nicht weiterhelfen.

Das aktuelle Beispiel der Henrichenburger Schleuse machte die abstrakte Diskussion um die „schlechte Infrastruktur der Wasserstraßen“ (Hendrik Wüst) bei einer Veranstaltung des Verkehrsverbands Westfalen in den Räumen der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Dortmund, sehr konkret. IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber kritisierte, dass der Dortmunder Hafen durch die angekündigten Schleusensperrungen wegen Instandsetzungsarbeiten 2019 und 2020 (wir berichteten) monatelang vom Schiffsweg abgeschnitten werde. In anderen Bereichen sei das unvorstellbar, so Schreiber: „Das ist, als ob die Behörden für sechs Wochen den Tower eines Flughafens stilllegen würden.“

"Sache des Bundes"

Auch NRW-Verkehrsminister Wüst konnte in Sachen Schleuse nicht weiterhelfen. Das sei Sache des Bundes, er wolle sich nicht einmischen. Für Hafen-Vorstand Uwe Büscher ist die reparaturanfällige Anlage zu einem roten Tuch geworden. Bereits 2013 sei der Dortmunder Hafen an 109 Tagen gar nicht oder nur eingeschränkt erreichbar gewesen. Dadurch sei ein wirtschaftlicher Schaden von rund 600.000 Euro entstanden. „Ein ähnliches Horrorszenario haben wir jetzt wieder vor der Tür“, machte Büscher deutlich, welche Folgen die neuen Sperrzeiten (vom 15. Juni bis 31. Juli 2019 und vom 9. Mai bis 19. Juni 2020) nach sich zögen. Schnelle Hilfe vom Bund ist nicht zu erwarten.

Mehr Geld für Anlagen und Kanäle

Zwar verwies Reinhard Klingen, Abteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium, auf die gesteigerte Bereitschaft des Bundes, mehr Geld in Anlagen und Kanäle fließen zu lassen. Nur eben nicht in die Schleuse Henrichenburg, die alle Schiffe auf dem Weg in den Hafen überwinden müssen. „Die Alternative zur Sperrung wäre, die Schleuse völlig verfallen zu lassen“, sagt Klingen. Sein Tipp an die Wirtschaft: Sie möge beim Bundesfinanzminister vorstellig werden, um weiteres Geld für die Infrastruktur lockerzumachen.

Langer Atem nötig

„Haben Sie dabei einen langen Atem“, empfahl Klingen. „Auch bei Ihrer Forderung nach einer zweiten Schleusenkammer.“ Sobald die Arbeiten 2020 abgeschlossen seien, werde der Hafen aber Ruhe haben und die Schleuse „auf Jahrzehnte hinaus“ funktionstüchtig sein. Ein Versprechen, das Hafen-Vorstand Büscher nur ein müdes Lächeln entlockte. „Das haben wir schon zu häufig gehört.“

Verbindliche Spielregeln

Er will einen anderen Weg ausloten: Er strebt einen Dienstleistungsvertrag mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung an. Darin sollen verbindliche Spielregeln für Info-Austausch, Schleusenzeiten und anstehende Inspektionen geregelt werden. Ebenso soll ein Passus hinein, der sich im Falle einer überraschenden Schleusensperrung mit dem Thema „Ausgleichszahlungen“ befasst.

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