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50 Müllboxen gibt es auf dem Waltroper Friedhof. Vielfach wird in ihnen Müll unsachgemäß entsorgt. Auch bei diesem Bild, das gestern entstandenen ist, fand sich Plastik im Kompost

Teure Fehlwürfe

Ein regelrechter "Müll-Tourismus" auf dem Friedhof

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Waltrop - Der Ver- und Entsorgungsbetrieb hat auf dem Friedhof nicht nur mit Fehlwürfen zu kämpfen, sondern mittlerweile auch damit, dass Bürger ihren Grünschnitt und Hausmüll mitbringen und dort entsorgen.

Klaus Beie (SPD), stellvertretender Bürgermeister und Mitglied des Verwaltungsrates des V+E, wohnt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Friedhof. „Und ich habe selbst schon beobachtet, wie Anwohner hier ihren Grünschnitt auf den Friedhof rübergefahren haben“, ließ er seine Verwaltungsratskollegen wissen. Ein Unding sei das. Doch die komfortabel großen Kompost-Boxen auf dem Friedhof sind anscheinend zu verlockend.

Müll kommt mit dem Hackenporsche

Bernd Funke, Leiter des V+E, hatte bei der jüngsten Sitzung des Gremiums den Punkt „Müllproblem Friedhof“ auf die Tagesordnung gesetzt. Was er berichtete, vermochte man im ersten Moment kaum zu glauben. „Es gibt Leute, die bringen inzwischen sogar ihren eigenen Hausmüll mit und entsorgen ihn dann auf dem Friedhof“, schildert Funke. „Angeliefert“ würden die Säcke auf dem Fahrrad oder mit dem sogenannten Hackenporsche, einem Roll-Trolley zum Hinterherziehen.

Neben dem regelrechten Müll-Tourismus gibt es noch ein weiteres Problem, und zwar Fehlwürfe. Will heißen: Plastikmüll landet in der Box für kompostierbare Abfälle – manchmal auch umgekehrt.

Entsorgung fast dreimal so teuer

Insbesondere die Fehlwürfe – die Tendenz ist laut V+E steigend – entwickeln sich zunehmend auch zu einem finanziellen Ärgernis. Denn die Entsorgung von kompostierbarem Abfall wie verwelkte Blumen, Laub oder andere Grab-Gestecke kostet den V+E 52,55 Euro pro Tonne. Für Restmüll zahlt der Entsorger fast das Dreifache (141,50 Euro/Tonne). Und bei insgesamt 50 Müllboxen, die über den Friedhof verteilt stehen, läppert sich das.

Eine andere Möglichkeit wäre, die eigenen Mitarbeiter den Müll sortieren zu lassen. Das ist aufwendig und bindet Kapazitäten, die an anderer Stelle sinnvoller gebraucht werden. So oder so: Funke beziffert die Zusatzkosten zwischen 2000 und 10.000 Euro.

Problem liegt im Müll-System

Bei dem Problem der Fehlwürfe will es der Verwaltungsrat zunächst einmal mit Piktogrammen an den Müllboxen versuchen. Möglicherweise kenne ja nicht jeder den Unterschied zwischen kompostierbarem und nicht kompostierbarem Müll, vermutet Bürgermeisterin Nicole Moenikes, die dem Gremium ebenso angehört. Das Problem mit der Fremdmüll-Anlieferung dürfte derweil ein tiefergehendes sein. Denn der Ursprung, glaubt Funke, liegt im Müll-System der Stadt. Bürger zahlen ihre Jahresgebühr bekanntlich nach der Tonnengröße. Grünschnitt-Gebühren werden am Bauhof extra entrichtet. Ist die eigene Mülltonne voll, würden einige Bürger „kreative Lösungen“ suchen.

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