Vier Redakteure der Waltorper Zeitung beschreiben ihr Unding des Jahres. 
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Vier Redakteure der Waltorper Zeitung beschreiben ihr Unding des Jahres. 

Unding des Jahres

Was die WZ-Redakteure im Park, im Rathaus, auf den Straßen und im Netz so richtig geärgert hat

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  • Tamina Forytta
    Tamina Forytta
  • Markus Weßling
    Markus Weßling
  • Martin Behr
    Martin Behr
  • Anna Lisa Oehlmann
    Anna Lisa Oehlmann

Egal ob auf den Straßen in der Innenstadt, im Rathaus, im Moselbachpark oder im Internet. Manches ist ein Unding, das einfach mal ausgesprochen werden muss.

Es gibt so Sachen, die einem auch später noch oder immer wieder sauer aufstroßen. So ärgern auch die WZ-Redakteure sich über so einiges, was sie in diesem Jahr in der Stadt beobachtet haben. 

Graffitis im Stadtpark (Martin Behr)

Unser neuer Stadtpark ist wirklich gut gelungen. Gerade erst gestern Morgen bin ich mit dem Rad durchgefahren und war angetan von den „butterweichen“, hellen Wegen, die so herrlich mit den mit Frost bedeckten Wiesen harmonierten. Tja, und dann sah ich sie wieder: diese Graffiti-Schmierereien! Das geht doch gar nicht. 

Da haben sich diverse Menschen echt Mühe gegeben, um aus dem in die Jahre gekommenen Moselbachpark ein Schmuckstück zu machen, um das uns weiß Gott viele andere Städte beneiden. Und dann kommt jemand daher, der offenbar keine Erziehung genossen hat, und kritzelt die neuen Wege, Mülleimer und Laternen mit Sprühfarbe voll. Das ist respektlos, vor allem aber hirnlos und hässlich. 

Musiker geht bei Brunnengeflüster in Waltrop (Anna Lisa Oehlmann)

Weil ihm niemand der Anwesenden, die gemütlich beim einem Gläschen Wein zusammen saßen, applaudieren wollte, ludMusiker Lukas Schlattmann alias „Radio Lukas“ beim Brunnengeflüser im Juni sein Klavier ein und fuhr nach Hause. Dabei hatten sich die Veranstalter ausdrücklich Begleit-Musik und kein Konzert gewünscht.

Es ist wichtig, sich vorher klar zu machen, in welchem Rahmen man auftritt. Beim Brunnengeflüser können Musiker nicht so viel Applaus erwarten wie bei der Kneipennacht. Wer ein Konzert spielen will, bei dem er genügend Applaus bekommt, sollte zum Beispiel im Kulturforum Kapelle oder der Stadthalle auftreten.

Rathaus-Politiker verhalten sich wie Grundschüler (Tamina Forytta)

Es gibt zwar eine neue Mikrofon-Anlage im Sitzungssaal des Rathauses. Dennoch muss man die Lauscher immer noch weit aufsperren, um jedes Wort zu verstehen. Die Zuhör-Moral der Ratsvertreter lässt bisweilen erheblich zu wünschen übrig. Selbst Erstklässler bekommen das schon eingebimst, dass nur einer gleichzeitig reden darf. Und dass man demjenigen zuhört und nicht dazwischenbabbelt, mit dem Nebenmann quatscht oder den eigenen Senf in den Raum labert. Das ist eine Frage des Respekts, der Wertschätzung. 

Wenn Ermahnungen des Sitzungs-Vorsitzenden nicht reichen, sollte man mal über die Einführung des Schweigefuchses“ nachdenken – mit diesem Finger-Zeichen wird an Grundschulen signalisiert, dass Ruhe einkehren soll. Wer sich wie ein Grundschüler verhält, kann auch so behandelt werden.

Aufrege- (Un-) Kultur im Internet (Markus Weßling) 

Da wird auf einen vermeintlichen, schweren Missstand in Waltrop – von dem es offenbar unglaublich viele gibt – aufmerksam gemacht, gepaart mit grafischen und/oder verbalen Ausbrüchen des maximalen Zorns. Sich übergebender Emoji, ein „geht gar nicht“ dem Facebook-Eintrag vorweggeschickt et cetera. Und dann klärt sich ein paar Tage später auf, dass die Sache doch ganz anders war. Doch liest man: „Huch, da hab ich mich wohl geirrt“?“. „Tut mir leid, da hab ich überreagiert“? So gut wie nie. 

Bestes Beispiel: Man müsse, so ist sich ein beträchtlicher Teil der Netz-Gemeinde einig, Woolworth boykottieren, weil Falschparken auf dem Platz nebenan jetzt dank einer Privatfirma richtig teuer ist. Und die Stadt ist mit Sicherheit auch schuld, weil sie ja immer irgendwie ein bisschen schuld ist. Dass beide damit nichts zu tun haben, könnte man ja einfach mal zur Kenntnis nehmen. 

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