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Anfang nächsten Jahres werden Anne und Christoph Breddemann ihr Fachgeschäft für Porzellan und Haushaltswaren an der Hochstraße schließen.

"Perspektive fehlt"

Traditionsunternehmen Breddemann schließt

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WALTROP - Ein Drittel der einst 3 000 Fachgeschäfte für Porzellan und Haushaltswaren mussten bundesweit in den letzten zehn Jahren bereits aufgeben. Nun trifft es auch ein Waltroper Traditionsunternehmen: Nach 60 erfolgreichen Jahren am Ort schließen Christoph und Anne Breddemann ihr Geschäft an der Hochstraße Anfang nächsten Jahres, weil es „kaufmännisch die richtige Entscheidung ist“.

Was das übersetzt heißt, daraus macht Christoph Breddemann kein Geheimnis. „Ein Geschäft mit unserem Sortiment kann in einer Stadt mit der Größenordnung von Waltrop auf Dauer nicht mehr wirtschaftlich arbeiten.“

Noch laufen die Geschäfte ordentlich

Dabei ist es keinesfalls so, dass die Eheleute Breddemann aktuell um ihre wirtschaftliche Existenz bangen müssen. Noch laufen die Geschäfte ganz ordentlich, wenn auch längst nicht mehr so gut wie noch vor 20 Jahren. „Aber die Perspektive fehlt ganz einfach“, sagt Christoph Breddemann, der mit nun 52 Jahren „schließlich noch einige Jahre arbeiten muss bis zur Rente“.

Entschluss fiel schwer

Der Entschluss, das Geschäft zu schließen, das seine Eltern Heinz und Hermine 1954 eröffnet und zu einem festen Bestandteil der Waltroper Geschäftswelt aufgebaut haben, sei natürlich unglaublich schwergefallen. Doch im Grunde bleibe ihm nichts anderes übrig. „Die Tischgewohnheiten der Menschen haben sich geändert. Wer zum Beispiel hat noch zwei oder drei verschiedene Services?“, fragt Breddemann. Gerade jüngere Menschen würden heutzutage nicht mehr so viel Wert auf die Ausstattung legen. Ähnlich im Geschenkartikelbereich. „Früher hatten wir zigfach im Jahr Hochzeitstische, heute sind die an einer Hand abzuzählen.“

Anfang nächsten Jahres ist Schluss

Das alles, zusammengenommen mit der Perspektive für ihren Berufsstand, mündet für Anne und Christoph Breddemann in dem Entschluss, ihr Familienunternehmen Anfang nächsten Jahres zu schließen. „Einen genauen Zeitpunkt gibt es aber noch nicht“, sagt Anne Breddemann. Jedoch: Wohl im Januar oder Februar werde es dann so weit sein.

Mitarbeiter bleiben bis zum Ende dabei

Einen Nachmieter für die Geschäftsräume an der Hochstraße 100 gibt es noch nicht. Allerdings habe man auch noch nicht danach gesucht, sagt Christoph Breddemann, dem die Immobilie in erstklassiger Stadtlage gehört. Interessant: Den Versuch, einen Nachfolger zu finden, der das Geschäft übernimmt, hat Breddemann nicht unternommen. Das sei aussichtslos.

Mit der Geschäftsschließung werden auch acht Angestellte, zwei Vollzeit- und sechs Teilzeitkräfte, ihren Job verlieren. „Prima ist aber, dass alle Mitarbeiterinnen bis zum Schluss dabei bleiben“, sagt Christoph Breddemann. Einige seiner Angestellten würden nun etwas eher in den Ruhestand gehen. Bei den anderen werde man versuchen, sie weiterzuvermitteln, möglicherweise an einen Nachmieter der Geschäftsräume an der Hochstraße.

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