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Der Bohrplatz an der Unterlipper Straße: Die erste, kleinere Bohrung geht bis in eine Tiefe von etwa 70 Metern. Die noch folgende zweite Bohrung wird deutlich tiefer – bis an die Grenze der Kreideschicht in rund 600 Metern.

Bohrungen der RAG

Bürger befürchten Ärger durch Berghebungen

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Waltrop - Der Bohrplatz ist eingerichtet am Rande der Unterlipper Straße, die erste Bohrung läuft. Jetzt informierte die RAG Anwohner aus dem Rieselfeld über das Vorhaben, das Grubenwasser in der ganzen Region – auch unter Waltrop – ansteigen zu lassen.

Viele Anwohner haben Bedenken, dass die Anhebung Ärger mit sich bringt: Sie befürchten Berghebungen, die womöglich für Gebäudeschäden sorgen. Zum Projekt selbst: Unter Waltroper Stadtgebiet wurde einst von verschiedenen Zechen Kohle abgebaut (u.a. Waltrop, Ickern, Victor-Ickern und Minister Achenbach). In den einstigen Abbaugebieten hat sich heute in durchschnittlich 900 Metern Tiefe Grubenwasser gesammelt, das abgepumpt und in Lippe, Emscher, Rhein und Ruhr eingeleitet wird.

Grubenwasser soll steigen

Das Grubenwasser soll nun steigen; die RAG will sechs der elf noch aktiven Pumpstationen in der Region abstellen. Das Waltroper Grubenwasser soll künftig unter Tage bis nach Bochum zum Pumpstandort Carolinenglück geleitet werden. Langfristig soll das Wasser von dort aus Richtung Lohberg geführt werden, wo es dann in den Rhein gepumpt wird – und zwar aus einer Tiefe von etwa 600 Metern. Damit das so auch funktioniert, muss das Grubenwasser der Provinz Carolinenglück - zu dem Bereich gehört auch Waltrop - auf etwa 525 Meter angehoben werden.

Grobe Prognosen

Welche Auswirkungen das ganz praktisch hat, vermag Dr. Holger Witthaus nur grob zu prognostizieren. Möglich sei aber, dass es an der Oberfläche zu Hebungen kommt. Anders als bei Bergsenkungen würden die Auswirkungen aber im Zentimeter- und nicht im Meterbereich liegen. Gebäudeschäden hält er für nahezu ausgeschlossen.

Lärm ist zu erwarten

Möglich ist indes auch, dass das Grubenwasser unter Waltrop gar nicht steigt, sich der Druck auf die oberen Schichten dafür aber erhöht. „Das muss man dann sehen“, sagt Witthaus. Zurzeit wird die erste Bohrung in 70 Metern Tiefe durchgeführt, in der ersten Mai-Woche beginnt dann die Bohrung bis auf 600 Meter. Insbesondere diese (zehnwöchige) Bohrung wird für Lärm sorgen, gearbeitet wird zudem rund um die Uhr. „Wir werden Messungen durchführen und Lärmschutzmaßnahmen ergreifen, wenn es nötig ist“, versicherte Witthaus.

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