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Ortseingangsschild Stadt Waltrop.

Erhebliche Diskrepanz aufgetaucht

Wie viele Einwohner hat Waltrop? Eine Frage, bei der sich die Statistiken widersprechen

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Es gibt eine erhebliche Diskrepanz zwischen den amtlichen Einwohnerzahlen des Landesstatistikamtes und denen, die die Stadt Waltrop erhebt. Das hat ungeahnte Auswirkungen.

Zum 30. Juni 2019 zählte die Stadt Waltrop 29.393 Einwohner. Das sagt zumindest das Landesstatistikamt IT.NRW. Die Stadtverwaltung führte zum selben Stichtag eine erheblich höhere Einwohnerzahl: und zwar 29.789. Ein Unterschied von 396 Menschen. Wie kann das sein? Kämmerer Wolfgang Brautmeier ist diese Diskrepanz nicht neu. Vor einigen Jahren habe die Stadt schon einmal Einspruch gegen die amtlichen Zahlen eingelegt, erinnert sich der Kämmerer. Ohne Erfolg. IT.NRW beharrte auf der Richtigkeit seiner Berechnung. 

Weniger Einwohner, weniger Geld

Dabei ist es durchaus nicht unerheblich, ob eine Stadt in der Größe Waltrops knapp 400 Einwohner mehr oder weniger hat. Es geht zum Beispiel um die Zuweisung von Fördermitteln, deren Höhe sich in der Regel auf Grundlage der Einwohnerzahl errechnet. Heißt im Umkehrschluss: Der Stadt geht jedes Mal Geld durch die Lappen, wenn es um bestimmte Finanzmittel geht. 

Landesstatistiker haben eine Erklärung

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt eine IT.NRW-Sprecherin, warum die amtlichen Zahlen dennoch die korrekten seien und wie es zu den höheren Berechnungen der Städte kommt. Denn auch das sagen die Landes-Statistiker: Waltrop ist da kein Einzelfall. Zugrunde legt IT.NRW bei seiner Erhebung die Volkszählung „Zensus 2011“. Nicht jeder, der danach aus Waltrop verzogen ist, hätte sich trotz Abmeldepflicht ordnungsgemäß im Rathaus abgemeldet, erklärt die Sprecherin der Statistikzentrale. Ein Automatismus, durch den die Städte Kenntnis über jeden Wegzug bekommen, gebe es nicht. Auf der anderen Seite gebe es den sehr wohl: Sobald sich jemand in einer neuen Stadt anmeldet, wird IT.NRW in Kenntnis gesetzt.

Stadt hält ihre Zahlen für realistischer

Wolfgang Brautmeier hält dennoch gegen die Argumentation von IT.NRW. Er sagt, dass die Kita-Anmeldezahlen die eigene Einwohnerstatistik stützen würde. Die Stadt zählt jedes Kind. Sie kann also genau beziffern, wie viele Anmeldungen es gibt. Die IT.NRW-Zahlen seien dem gegenüber zu gering.

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