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Transportaufsicht Mirko Wilharm hat an der Brockenscheidter Straße den Briefkasten geleert.

Vor-Ort-Termin nach Leser-Beschwerden

Unterwegs mit dem Briefkasten-Leerer

Waltrop - Immer wieder haben sich Leserinnen und Leser in den vergangenen Wochen über überfüllte und vermeintlich nicht geleerte Briefkästen beklagt. Die Deutsche Post hielt auf der anderen Seite stets dagegen und beteuerte, dass sämtliche Leerungen erfolgt seien. Was stimmt denn nun? Wir sind mit auf Briefkasten-Leerungs-Tour gegangen.

Gemeinsam mit Post-Vertretern schaute sich die WZ-Redaktion das System der Briefkasten-Leerungen genauer angesehen und stellte die Frage: Kann es sein, dass Briefkästen mitunter tagelang voll bleiben? „Nein“, versichert Unternehmenssprecherin Britta Töllner und erklärt: „Man muss den Postkasten leeren, um an den Barcode zu kommen, der jedes Mal gescannt werden muss.“ Mit einem sogenannten Optra-Scanner wird der Barcode elektronisch eingelesen. Im Briefzentrum in Essen wird jeder Scan automatisch registriert. Bleibt eine Leerung aus, gibt es in der Hauptzentrale eine Fehlermeldung.

Fester Fahrplan

Wenn das passiert, ist es unter anderem die Aufgabe von Mirko Wilharm, auszurücken, um den Briefkasten gesondert zu leeren. Mirko Wilharm ist Qualitäts-Transportaufsicht und überwacht unter anderem, dass die Briefkastenleerer – das sind vielfach Subunternehmen – ihren Job erledigen. „Auch die Subunternehmer haben einen festen Fahrplan, die Touren werden überwacht und sie werden gescannt“, schildert Mirko Wilharm. „Wir überwachen die gescannten Sachen, und wenn was nicht stimmen sollte, reagieren wir und fahren nach.“

Leser-Hinweise stehen im Raum

Und trotzdem stehen da noch die Leser-Hinweise im Raume, die von überfüllten und nicht geleerten Briefkästen berichteten. Für Post-Sprecherin Britta Töllner ist das kaum zu erklären. Sie versichert, dass sämtliche Scan- und GPS-Daten belegen würden, dass in allen Fällen, über die unsere Zeitung berichtete, die tägliche Leerung erfolgte.

Verkantete Briefe

Eine Möglichkeit, wie es trotzdem zu einem Briefe-Stau kommen kann, bringt Matthias Kraft, der bei der Post „Sachbearbeiter Qualität“ ist, ins Spiel. „Ein Briefkasten kann voll aussehen, obwohl er nicht voll ist.“ Das liege daran, dass Briefe im Einwurfschlitz verkanten. Ein anderes Problem sind Post-Großsendungen. „Oft stecken Firmen abends noch stapelweise Briefe ein“, sagt Britta Töllner. So komme es durchaus vor, dass so ein Briefkasten tatsächlich innerhalb eines Tages randvoll ist.

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