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Der Erdwall grenzt die künftige Ballspielwiese ab. Edda Metschulat zeigt, wie sich das Wasser in Richtung ihres Hauses (rechts) vorarbeitet.

Anwohnerin hinterfragt Sinn

Wasser-Ärger und 20.000 Euro, um aus einer normalen Wiese eine Ballspielwiese zu machen?

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20.000 Euro investiert die Stadt Waltrop, um aus einer normalen Wiese eine Ballspielwiese zu machen. Eine Anwohnerin hinterfragt den Sinn. Es geht auch um ein Wasser-Problem.

  • Anwohnerin der Wiese nahe der Messingfeldstraße hinterfragt Baumaßnahme.
  • Es gibt noch immer Probleme mit der Entwässerung.
  • Der neue Rasen soll intensiv gepflegt werden.

Die Regenfälle der letzten Wochen sind Wasser auf die Mühlen der Kritiker: Aus der Wiese zwischen Messingfeld- und Herderstraße ist ein kleiner See geworden. Damit ist genau das eingetreten, was viele der Anwohner Mitte Januar bei einem Vor-Ort-Termin mit der Stadtspitze prophezeit hatten. Sie wussten um das Feuchtgebiet, das hier bei Starkregen entsteht. Nichts, das man nicht in den Griff bekommen würde, hatte es damals sinngemäß von den Rathaus-Vertretern um Bürgermeisterin Nicole Moenikes geheißen.

Wasser steht viele Zentimeter hoch am Rande des Grundstücks.

Stadt Waltrop löst ein Versprechen ein 

Edda Metschulat ist Anwohnerin. Ihr Grundstück grenzt direkt an die Wiese. Ihre Bedenken zu dem Projekt sieht sie inzwischen bestätigt. Mehr noch. Sie stellt Sinn und Zweck der ganzen Aktion infrage. „Eine Wiese auf einer Wiese einzusäen – das ist doch bescheuert.“ Hintergrund: Die Stadt Waltrop löst mit dem Anlegen der Ballspielwiese (ohne Tore) ein Versprechen ein, das im Zuge des Kita-Neubaus an der Schillerstraße gegeben wurde. Damals musste ein Teil eines Spielplatzes weichen, was für Proteste in der Bürgerschaft sorgte. 

Probleme mit der Entwässerung

20.000 Euro investiert die Stadtverwaltung nun, um aus der „wilden Wiese“ eine „hübsche Wiese“ zu machen. So teuer machen das Ganze die Erdarbeiten, die wegen des Regens unterbrochen wurden. „Der Einbau des versickerungsfähigen Füllbodens hat aus diesem Grunde noch nicht stattgefunden, die Maßnahmen zur Entwässerung der Fläche sind noch nicht abgeschlossen“, teilt Stadt-Sprecherin Patricia Neuhaus auf Nachfrage mit. 

Noch gleicht die neue Wiese einem Matschfeld.

Wie viel Sinn macht diese Aktion?

Was Edda Metschulat festgestellt hat: Seitdem ein Wall aufgekippt wurde, der künftig das „schöne Grün“, das laut Stadtsprecherin Neuhaus „intensiv gepflegt wird“, vom normalen abgrenzt, arbeitet sich das Wasser bis kurz vor ihrem Garten vor. Das sei vorher nicht so gewesen. „Wenn es noch mehr regnet, dann hab ich das ganze Wasser bei mir.“ Ein Umstand, der ihr nicht nur Sorgen macht, sondern der sie auch verärgert. Hier schließt sich der Kreis. Die Sinnhaftigkeit der Aktion – Edda Metschulat bleibt sie verborgen.

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