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Charlotte Witte erlebt ihr Abitur anders, als sie sich das vorgestellt hat.

Gesamtschüler vor dem Abi

2020 sollte ihr großes Jahr werden - dann kam Corona

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Die Waltroper Gesamtschüler hatten sich so gefreut auf die großen Feierlichkeiten zum Abi. Doch jetzt kommt wohl manches anders.

  • Keine Mottowoche, keine feierliche Zeugnisübergabe...
  • Drei Waltroper Gesamtschüler erzählen, was der Verzicht für sie bedeutet
  • Kein richtiger Abschied von der Schule

Dass sie sich einmal danach sehnen würden, wenigstens noch ein paar Tage zur Schule gehen zu dürfen: Vor ein paar Monaten hätten Charlotte Witte, Sophie und Michel Langkauf das nicht gedacht. Jetzt hoffen und bangen die drei Waltroper Abiturienten, dass sie am Donnerstag tatsächlich in die Gesamtschule zurückkehren dürfen, um sich mithilfe der Lehrer auf die Abiturprüfungen vorbereiten zu können. „Ich hatte ja überhaupt keinen Abschied von der Schule“, blickt Michel Langkau fünf Wochen zurück. 

Froh, das Wissen unter Beweis stellen zu können

Freitagsmittags sei er mit einem „bis Montag“ gegangen, nachmittags kam dann der Beschluss, alle Schulen zu schließen. Seitdem wurde öffentlich viel über das Abitur 2020 diskutiert und spekuliert: Prüfungen verschieben oder ganz absagen und aus dem Durchschnitt der vergangenen Jahre die Abschlussnoten bilden? Michels Zwillingsschwester Sophie ist froh, dass sie nun doch ihr Wissen unter Beweis stellen muss. „Ich will mir nicht eines Tages nachsagen lassen, dass ich das Abi geschenkt bekommen habe“, betont die 19-Jährige. Da sie unterschiedliche Prüfungsfächer haben, lernen die Geschwister für sich. Aber das Bedauern wegen all der schönen Ereignisse rund um die Reifeprüfung, die in der Coronakrise ausbleiben müssen, teilen sie. „2020 sollte doch unser Jahr werden. Die Mottowoche ist ausgefallen, es wird keine Abiturfeier geben.

Keine Feier: Das macht traurig

 "Ich finde das schwierig und auch traurig“, gesteht Sophie. „Wir sind halt die Gelackmeierten“, meint ihr Bruder: „Andererseits ist der Verzicht, auch wenn er für uns hart ist, berechtigt und in der Situation das einzig Richtige.“ Als unverbesserlicherer Optimist biegt er sich aus der Absage der Mottowoche auch etwas kleines Positives zurecht: „Ich war zum Glück so verpeilt, dass ich mir noch keine Kostüme für jeden Tag besorgt hatte. Dann hätte ich mich richtig geärgert.“ Und auch die schicken Klamotten für die Zeugnisübergabe hatten die Geschwister zum Glück noch nicht gekauft. Anders ist das bei ihrer Mitschülerin Charlotte Witte. Dasfeine Kleid, in dem sie ihr Reifezeugnis in Empfang nehmen wollte, hängt im Schrank. „Ich hoffe doch, dass wir im kleinen Rahmen, vielleicht einzeln und mit sicherem Abstand in der Schule unsere Zeugnisse überreicht bekommen“, blickt sie in die Zukunft. Und tatsächlich steht auf dem aktuellen Abitur-Fahrplan für den 19. Juni die offizielle Abschlussfeier mit Zeugnisausgabe. Definitiv abgesagt ist die Party am Abend im Jugendzentrum „Yahoo“. „Zum Glück waren da alle Unternehmen und Lieferanten sehr kooperativ. Wir müssen kein Geld dafür zahlen“, berichtet Sophie Langkau, die zum Vorbereitungsteam gehörte.  

Abizeitung mehr als ein Trostpflaster

Mehr als ein Trostpflaster wird die Abizeitung sein. Über eine App schreiben alle Beteiligten fleißig ihre Texte und liefern die Fotos. Charlotte Witte arbeitet gerade am Layout. „Das ist gar nicht so einfach und ganz schön arbeitsintensiv“, gesteht sie. Aber die Zeitung soll bleibende Erinnerung an das Abitur in der Corona-Krise werden. Und ein Ereignis fand zum Glück noch vor den Verboten statt: die Abi-fahrt. Die führte im vergangenen Jahr nach Italien. „Ausgerechnet da hin“, sagt Sophie lachend. Doch zunächst freuen sich die Abiturienten auf Donnerstag. Fünf Wochen im eigenen Saft zu schmoren, sei genug. „Ich habe zwar gelernt, aber ich bin durch diese ganze Unsicherheit auch in ein Loch gefallen“, gesteht Michel. Er ist gespannt, wie der Unterricht unter Corona-Bedingungen aussehen wird. Und auch Charlotte meint: „Ein Glück, dass wir uns noch mal mit den Lehrern und Mitschülern richtig austauschen können, nicht nur über E-Mail oder Skype.

Auch die THG-Abiturienten grüßten  aus dem Home Office.

Und so war der erste Schultag an der Gesamtschule.

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