Prost!
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Wie viel Bier und Schnaps an jenem verhängnisvollen Abend geflossen sind, wussten die Beteiligten später nicht mehr.

Gerichtsprozess

Albtraum: Frau nachts auf dem Heimweg unsittlich angefasst - mitten in Waltrop

  • Jörn Hartwich
    vonJörn Hartwich
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Das ist wohl der Albtraum jeder Frau: Sie geht nachts alleine nach Hause, wird dabei sexuell bedrängt. So ist es einer 50-jährigen Frau vor knapp einem Jahr mitten in Waltrop passiert.

  • Vor dem Recklinghäuser Amtsgericht ist jetzt ein Mann zu 17 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.
  • Er habe eine Frau aus Waltrop umklammert und sie gezielt unsittlich angefasst, befanden die Richter.
  • Der Verurteilte hatte zuvor mit dem damaligen Freund des späteren Opfers am Tresen gesessen und getrunken.

17 Monate Haft auf Bewährung - das ist die Strafe, die am Amtsgericht Recklinghausen gegen einen Mann verhängt worden ist. Er hatte, so stellten die Richter fest, eine Waltroperin auf dem nächtlichen Heimweg massiv bedrängt und war ihr viel zu nahe gekommen.

Gemeinsam am Tresen gesessen

Der Angeklagte hatte den ganzen Abend mit dem damaligen Freund des späteren Opfers am Tresen gesessen. Es gab so viel Bier und Schnaps, dass vor Gericht keiner von beiden mehr sagen konnte, wie viel getrunken wurde. Als sich die Runde gegen ein Uhr auflöste, machte sich jeder allein auf den Heimweg. Auch die Frau aus Waltrop, die vorher mit ihrem Freund gestritten hatte, weil der es angeblich nicht lassen konnte, der Kellnerin schöne Augen zu machen.

Der Verurteilte riss der Waltroperin an den Haaren

Das nutzte der Angeklagte offenbar aus. „Er tauchte plötzlich hinter mir auf, wollte, dass ich mit zu ihm komme – für eine schöne Nacht“, erinnerte sich die Frau als Zeugin vor Gericht. Als sie sich weigerte, riss er ihr an den Haaren, versuchte, sie mit der Faust zu schlagen, fasste sie immer wieder unsittlich an. Irgendwann konnte sie sich losreißen und ergriff die Flucht. Im Gerangel hatte die Frau aus Waltrop auch noch ihre Handtasche verloren, die bis heute nicht wieder aufgetaucht ist.

Bitte um Entschuldigung kam dem Mann nicht über die Lippen

Nach dem Angriff war für die 50-Jährige nichts mehr so, wie es einmal war. Sie traute sich abends nicht mehr alleine raus, wurde zwei Monate später arbeitslos. Der Angeklagte will sich an all das nicht erinnern können. „Ich bin morgens aufgewacht und habe gedacht, alles ist okay“, sagte er den Richtern. „Bis ich die Anklage bekam.“ Abstreiten wollte er den sexuellen und gewaltsamen Übergriff im Prozess zwar nicht, eine Bitte um Entschuldigung kam ihm aber auch nicht über die Lippen. Stattdessen fläzte er sich in seinen Stuhl, grinste und machte seinem Opfer gar den Vorschlag, dass man doch noch mal gemeinsam etwas trinken gehen könnte.

Alkoholisierung hat zur Folge, dass die Strafe nicht noch höher ausfiel

„Der Angeklagte hat die Frau umklammert und gezielt angefasst“, hieß es im Urteil. „Dabei hat sie eindeutig klargemacht, dass sie das absolut nicht wollte.“ Dass die Strafe nicht noch höher ausgefallen ist, hing laut Urteil auch mit der damals hohen Alkoholisierung des 36-Jährigen zusammen.

Alkohol war übrigens auch bei dem Vorfall am Dortmund-Ems-Kanal im Spiel, der vor gut einem Jahr vor Gericht verhandelt wurde. Dabei ging es um den Vorwurf einer Doppel-Vergewaltigung.

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