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Die Rieselfelder in Waltrop. Zwischen den landwirtschaftlichen Flächen verlaufen Stromtrassen, im Hintergrund zu sehen ist das Kraftwerk Datteln 4.

Im Herzen der Landwirtschaft

Ein Atomkraftwerk in Waltrop? Dieser Plan war ziemlich real, sogar der Standpunkt war fix 

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Beinahe wäre Waltrop Anfang der 1980er-Jahre Standort eines Atomkraftwerkes geworden. Dass es anders kam, lag nicht nur an den Protesten vor Ort. Was die Erntegemeinschaft damit zu tun hat? 

Diese Idee mutet heute unvorstellbar an: Ein Atomkraftwerk in Waltrop, inmitten der Rieselfelder, dem Herzen des Waltroper Ackerbaus. Doch dieser Plan war im Jahr 1978 noch ziemlich real. Die Stadt Dortmund hatte einen neuen Weg gefunden, ihre Abwässer, mit denen bis dato Jahrzehnte lang die Sandböden in der Waltroper Bauerschaft Lippe berieselt wurden, loszuwerden. Die Dortmunder Rieselfelder in Waltrop wurden an die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) verkauft, und der damalige Energie-Großkonzern hatte die Absicht, ein Atomkraftwerk zu bauen. Eine Zäsur nicht nur für Waltrop und Datteln, auf deren Stadtgebieten die Rieselfelder liegen, sondern für die ganze Region.

Landesregierung strich Waltroper Rieselfelder als Standort

So weit kam es nicht. Überkapazitäten auf dem Energiemarkt und harsche Proteste vor Ort brachten die VEW Anfang der 1980er Jahre dazu, Abstand vom Kraftwerks-Standort Waltrop zu nehmen. Und auch die Landesregierung setzte später ein Zeichen, als sie die Rieselfelder im Juli 1985 als möglichen Standort für ein Großkraftwerk aufgab. Der Kelch war an Waltrop vorüber gegangen, wenngleich heute, über 30 Jahre später, die Rieselfeldervon zwei Steinkohle-Kraftwerken in unmittelbarer Sichtweite (Datteln 4/ Trianel Lünen) eingeschlossen sind. 

Erntegemeinschaft Waltrop-Rieselfeld feiert im September

Ob es die Erntegemeinschaft Waltrop-Rieselfeld heute noch gäbe, wäre der Atommeiler hier gebaut worden? Eine Frage, die der heutige Vorsitzende Christian Brune nicht mit Gewissheit beantworten kann. „Auswirkungen hätte es auf uns aber auf jeden Fall gehabt.“ Doch die gab es nicht. So kann die Erntegemeinschaft nun auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken. Gefeiert wird das mit einem besonderen Erntefest vom 7. bis 9. September am Rande der Niehues-Kreuzung, wo Mitglieder erst am Freitag die Stroh-Figuren zur Ankündigung aufgebaut haben. 

Impressionen von den Waltroper Rieselfeldern

Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern.
Impressionen aus den Waltroper Rieselfeldern. © Martin Behr

Einen ausführlichen Bericht über die Geschichte und Gründung der Erntegemeinschaft Waltrop-Rieselfeld lesen Sie am Montag (22.7.) in der WZ und im e-Paper!

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