Klaus Matzner (l.) und Julien Halies vom Ordnungsamt Waltrop kontrollieren die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung.
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Klaus Matzner (l.) und Julien Halies vom Ordnungsamt Waltrop kontrollierten auch am Markt-Mittwoch, ob sich in der Innenstadt alle an die Corona-Schutzverordnung halten.

Mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl

Auf „Corona-Patrouille“ mit dem Waltroper Ordnungsamt

  • Tamina Forytta
    vonTamina Forytta
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Maske, Abstand, Höchst-Kunden-Zahl in Geschäften: Es gibt viel zu kontrollieren in diesen Corona-Zeiten in Waltrop. Wir waren mit den Ordnungsamts-Mitarbeitern unterwegs.

Die Maske ist mittlerweile zum meistgetragenen (und wohl auch meistverfluchten) Kleidungsstück in Corona-Zeiten geworden. Aber es hilft ja nichts. Aber über die Maskenpflicht hinaus, die in einigen Bereichen der Waltroper Innenstadt gilt, gelten auch noch zig andere Vorschriften: Begrenzte Zahl von Kunden, die in die Geschäfte dürfen, die Gastronomie darf nur noch liefern, Alkohol-Verbot und und und. Und irgendjemand muss das alles auch noch kontrollieren. Klaus Matzner und Julien Halies vom Waltroper Ordnungsamt, die sind zurzeit viel unterwegs - auf Corona-Patrouille.

Mitarbeiter entwickeln einen Blick für die Pappenheimer

Und die beiden haben mittlerweile einen scharfen Blick für ihre Pappenheimer entwickelt. „Entschuldigung, würden Sie bitte Ihre Zigarette ausmachen.“ Fragende Blicke: Ja, wer raucht, kann keine Maske tragen – also heißt es: Entweder die Fluppe aus oder ein paar Straßen weiterziehen. Auch die Bratwurst im Brötchen darf leider nicht direkt am Imbissstand auf dem Waltroper Markt verzehrt werden. Matzner und Halies teilen sich auf, einer erklärt der snackenden Kundin, einer dem Markthändler das Verbot.

Waltroper Ordnungsamt setzt auf Fingerspitzengefühl

Die meisten seien total einsichtig, sagt Klaus Matzner. Es gelte eben auch, ein bisschen Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen. „Ich hab selbst auch schon meine Maske vergessen“, sagt Matzner. Er und seine Kollegen haben eine Liste angelegt, denn erstmal versuchen sie es immer mit einem klärenden und freundlichen Gespräch. Bei wem das beim zweiten Mal nicht wirkt, der muss zahlen. Wer keine Maske trägt, muss beispielsweise 50 Euro berappen.

Waltroper Bürger melden „Vergehen“

Täglich trudeln auch Anrufe von Bürgern ein, die Vergehen beobachtet haben – oder die meinen, ein Vergehen beobachtet zu haben: „Dann fahren wir auch hin“, bestätigt Matzner. Verkäufer im Lebensmittelhandel, die keine Maske tragen – so etwas wird vielfach gemeldet. Es passiert aber auch dies: Einer habe neulich angerufen und berichtet, ein Friseur habe die Scheiben abgeklebt, der arbeite bestimmt unerlaubterweise, so die Vermutung. Die Ordnungsamts-Leute fuhren hin – und „ertappten“ den Friseur dabei, wie er seinen Laden renovierte. Völlig legal.

Verwirrung durch Nachrichten vom verschärften Lockdown

Wie viel Verunsicherung im Spiel ist, zeigt sich im Moselbachpark. Im Schritttempo rollt der Ordnungsamts-Caddy durch den Park, da nähert sich eine Frau, die den Männern einen Ausweis entgegenstreckt. „Bestimmt hat sie eine Fundsache!“, vermutet Matzner. Aber nein: Die Frau zeigt ihren eigenen Ausweis vor. Die Nachrichten vom verschärften Lockdown und der 15-Kilometer-Regel hat offenbar für Verwirrung gesorgt.

Kontrolle der häuslichen Quarantäne

Es ist eine Menge zu tun für die Mitarbeiter des Ordnungsamts zurzeit. Allein die Quarantäne-Anordnungen, die zu Bürgern gebracht werden müssen. Überwacht werden muss die „Absonderung in häusliche Quarantäne“ außerdem. „Ich hab noch keinen gehabt, den ich nicht angetroffen hab bei einer Stichprobe“, sagt Matzner. „Einer, der war wohl gerade zur Toilette, als ich geklingelt hab – muss ja auch mal sein“, sagt er grinsend. „Der hat sich dann aber kurz drauf telefonisch gemeldet.“

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