Auf dem Hof Dickhöfer

Junge Gärtnerin setzt auf Bio - auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern in Oberwiese

  • Tamina Forytta
    vonTamina Forytta
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Immer mehr Münder möchten nicht mehr die Import-Möhre oder die hochgezüchtete Zucchini verspeisen, sondern regionale Produkte. Marakla Sportelli tickt auch so. Die 31-Jährige war bis vor Kurzem beruflich als Rehabilitations-Pädagogin unterwegs. Aus persönlichem Interesse wechselte sie dann aber das Fach, ließ sich an einem Waldorf-Institut im Fach Gartenbau ausbilden – inklusive biodynamischer Ansätze.

Die Theorie war also schon einmal da – fehlte noch der Acker. Da traf es sich gut, dass die junge Frau, die in Brambauer wohnt, bei den Marktschwärmern in Dortmund – einer Initiative zur Vermarktung regionaler Lebensmittel – Jan Dickhöfer kennenlernte. Der betreibt mit seiner Frau Eva im Nebenerwerb den gleichnamigen Hof in Oberwiese; sie bauen unter anderem alte Getreidesorten an und halten Freiland-Hühner. Auf dem Hof Dickhöfer konnte Marakla Sportelli ein Stück Land pachten. „500 Quadratmeter waren ursprünglich vorgesehen, jetzt sind es doch ungefähr 1000 geworden“, beschreibt die Bio-Gärtnerin.

Gemüsekisten werden angeboten

Ihr beruflicher Plan ist jetzt: Biogemüse anbauen und später daraus Gemüsekisten packen. Das will alles wohl überlegt sein, und so hat Marakla Sportelli schon früh im Jahr Samen in die Erde gedrückt: „Die standen erst alle in meiner 78-Quadratmeter-Wohnung“, sagt sie und lacht. Da traf es sich gut, dass sie am Wegesrand an der Stadtgrenze zwischen Brambauer und Waltrop bei der Gärtnerei Rusman schon eine ganze Weile einen – offenbar ungenutzten – Anhänger mit Glaswänden hatte stehen sehen. Sie konnte den Anhänger kaufen. Und so zogen Hunderte Setzlinge – verschiedene Salat-Arten, Fenchel, Erbsen, Kohlrabi und mehr – ins fahrbare Gewächshaus. Einige Pflänzchen, etwa die Erbsen und der Fenchel, haben mittlerweile ihr endgültiges Zuhause im Acker bezogen.

Marakla Sportelli hat unter anderem die Fenchelpflanzen schon ins Freiland gesetzt, ihnen aber für die kälteren Tage noch eine wärmende Haube gegönnt.

Verkaufsstart im Mai

Auberginen, Tomaten, Paprika, Kräuter aller Art, Möhren, Radieschen, Kürbis, Mais, Gurken, Bohnen später auch Schnittblumen werden ebenfalls zu ihrem „Portfolio“ gehören. Und all das soll dann in Bio-Gemüsekisten wandern. 25 bis 30 Stück, hat sie ausgerechnet, wird sie ab Mitte Mai wöchentlich füllen können. Einige sind auch für die Marktschwärmer vorgesehen. 29 Wochen lang, bis November, kann man diese Kisten abnehmen. Je nach Inhalt und je nachdem, wie lange man die Kiste bezieht, werden sie zwischen zehn und 35 Euro kosten.

Ökologische Saaten

Bingenheimer Saatgut verwendet Marakla Sportelli. Das sind ökologische Saaten, die allesamt samenfest sind. Samenfest bedeutet, dass aus diesen Samen Pflanzen wachsen, aus denen man wieder Saatgut gewinnen kann. Die daraus wachsenden Pflanzen haben dieselben guten Eigenschaften wie die „Elternpflanzen“. Im Handel erhältlich sind vielfach Hybrid-Samen. Die bringen zwar mit sich, dass die Pflanzen ertragreich und wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten sind. Aber: Es sind sozusagen Einwegpflanzen. Denn schon in der „zweiten Generation“ verlieren sich die guten Eigenschaften wieder. Übrigens: Auf dem Acker in Oberwiese nahe dem „Felling“ wird nur natürlicher Dünger verwendet. Brennesseljauche zählt dazu, aber auch Schafwolle.

Rubriklistenbild: © Tamina Forytta

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