Zwischen 70 und 120 Abstriche jeden Tag – das Corona-Testzelt ist seit Wochen stark frequentiert.
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Zwischen 70 und 120 Abstriche jeden Tag – das Corona-Testzelt ist seit Wochen stark frequentiert.

Aus dem Abstrichzelt

Corona-Alarm: Ärzte berichten von erschreckend hoher Positiv-Quote

  • Martin Behr
    vonMartin Behr
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Die Corona-Situation in Waltrop und Datteln droht außer Kontrolle zu geraten. Die Vestnet-Ärzte schlagen Alarm - auch mit Blick aufs Weihnachtsfest.

Die Corona-Lage in Waltrop und Datteln ist ernst: Dr. Benjamin Bode und Dr. Felix Gahlen, die mit dem Ärzte-Verbund „Vestnet“ federführend das gemeinsame Abstrichzelt beider Städte in Waltrop betreuen, richten jetzt einen dringenden Appell an die Bürger: „Vielen ist die Brisanz der Situation noch nicht klar. Unsere Krankenhäuser sind am Limit und wir an dem gefährlichsten Punkt der Krise. Wir müssen die Situation jetzt ernster nehmen.“ Was den Medizinern besondere Sorgen bereitet, ist das anstehende Weihnachtsfest.

10 bis 15 Prozent der Tests sind positiv

Die Positiv-Quote der durchschnittlich 100 täglichen Abstriche liegt für Waltrop und Datteln seit geraumer Zeit bei konstant 10 bis 15 Prozent, was ganz real 10 bis 15 Menschen bedeutet. Das war hier vor wenigen Wochen noch ganz anders. „Dabei hängen die offiziellen Zahlen jetzt sogar noch hinterher“, verdeutlicht Dr. Bode. Anders als noch vor einigen Wochen, als in dem Testzelt vorwiegend symptomlose Kontaktpersonen abgestrichen wurden, kommen inzwischen überwiegend symptomatische Patienten vorgefahren. „Kinder, Eltern, Erzieher – das geht im Moment quer durch die Gesellschaft“, verdeutlicht Dr. Bode.

Symptome ernst nehmen

Was die Ärzte zuletzt wieder festgestellt haben: Viele nehmen ihre Symptome nicht ernst. „Auch ein Schnupfen kann schon Corona sein, oder Kopfschmerzen“, sagt Benjamin Bode. Die Konsequenz müsse in solchen Fällen zwingend sein, sofort auf Abstand zu gehen – auch innerhalb der Familie, und auch wenn möglicherweise ein Corona-Test vor drei Tagen negativ war. „Es gibt da keine Sicherheit mehr.“

Ärzte fürchten Thanksgiving-Effekt zu Weihnachten

Was passieren kann, wenn an einem besonderen Feiertag Corona-Regeln gelockert oder lockerer genommen werden, ist in den USA zu beobachten. „Nach Thanksgiving ist die Kurve hochgeschossen“, sagt Dr. Bode. Einen ähnlichen Effekt fürchten die Mediziner auch hierzulande. Dr. Felix Gahlen sagt, es gehe nicht darum, Weihnachten zu verbieten. Dennoch werde Weihnachten die Situation um ein Vielfaches verschlimmern. Eine selbst auferlegte Quarantäne, noch bevor es zum Familienbesuch geht, könnte zumindest etwas helfen. Noch besser: ein harter Lockdown durch die Landesregierung.

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