Das Impfzentrum in Recklinghausen.
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Das Impfzentrum in Recklinghausen.

Trotz ärztlichem Attest

Nach Impftermin-Odyssee: Waltroper (70) hat endlich den „Piks“ erhalten

  • Christine Horn
    vonChristine Horn
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Eigentlich wollte sich der Waltroper Heinz Drelmann kürzlich seine erste Impfung abholen - er hatte ein ärztliches Attest. Aber so einfach war das nicht...

Update, 25. März, 17 Uhr: Endlich! Die Erleicherung bei Heinz Drelmann aus Waltrop war am Dienstagmorgen groß: Er wurde nach langem Hin und Her geimpft. Der 70-jährige Erkrankte war schon einmal umsonst zum Impfzentrum gefahren, weil er – trotz des Attestes – eine falsche Wahl der Terminvergabe getroffen hatte. Am Freitag (26.3.) folgte eine weitere Anfrage per Mail – er gehört zu der Gruppe, die mit einem Attest nach §3 vorrangig geimpft werden sollte. Eine Antwort auf diese Mail gab es bis heute Nachmittag nicht. Aber: Eine Freundin der Familie hatte nach langer Recherche im Internet eine Buchungsmöglichkeit entdeckt, über die sie für den Waltroper einen Termin buchen konnte. Daher hat es jetzt endlich geklappt...

Update, 24. März, 14 Uhr: Nach langem Hin und Her, den die Vereinbarung eines Corona-Impftermins für einen 70-jährigen Waltroper bedeutete, steht jetzt fest: Heinz Drelmann wird nicht im Impfzentrum in Recklinghausen geimpft. Drelmann war davon ausgegangen, dass er, weil er entsprechende Atteste seiner Ärzte hatte, priorisiert geimpft werden würde. Doch daraus wird nichts: Der Waltroper wurde an seinen Hausarzt verwiesen.

Erhöht, hoch, höher priorisiert

In einer Mail von Dienstagabend (23.3.) steht: „Eine vorzeitige Impfung für Ihren Personenkreis durch den Kreis Recklinghausen ist auf Basis der aktuellen Rechts- und Erlasslage derzeit nicht vorgesehen.“ Auf Anfrage unserer Redaktion sagt Kreis-Pressesprecherin Lena Heimers: „Zum Kreis derer mit einer Höchstpriorisierung zählen Menschen, die schwerst erkrankt sind. Also Menschen, die zum Beispiel kurz vor einer Chemotherapie oder einer Organ-Transplantation stehen.“ Wer also jünger als 80 Jahre alt ist und nicht schwerst erkrankt ist – und keiner der priorisierten Berufsgruppen angehört –, könne aber einen Antrag stellen – auf Gleichstellung. Heißt: Wer aktuell zum Beispiel der Gruppe mit der Priorität drei („Erhöhte Priorität“) angehört, könne beantragen, in die Gruppe zwei („Hohe Priorität“) hochgestuft zu werden.

Das hatten wir zunächst berichtet (18.3.): Heinz Drelmann aus Waltrop war guten Mutes, als er sich am Mittwochmorgen auf den Weg zum Impfzentrum nach Recklinghausen machte: Er hatte eine Terminbestätigung, ein ärztliches Attest, Personalausweis und Krankenkarte dabei. Doch dann wurde er abgewiesen.

Waltroper wird wieder nach Hause geschickt

Zwei Fachärzte hatten dem 70-jährigen Heinz Drelmann ein Attest ausgestellt, dass eine Impfung höchste Priorität hat. Daraufhin hatte er sich über die Internetseite www.116117.de der Kassenärztlichen Vereinigung um einen Impftermin gekümmert. Doch dann das böse Erwachen, als er am Impfzentrum ankam: „Man sagte man mir, dass ich wieder nach Hause fahren müsse, weil ich keinen gültigen Termin habe.“ Dann habe man ihm noch eine Internet-Adresse zugerufen, über die er sich registrieren müsste. „Doch die habe ich nicht verstanden, es war so trubelig dort“, berichtet Heinz Drelmann.

Heinz Drelmann aus Waltrop.

Zurück in Waltrop, nahm er Kontakt zu unserer Redaktion auf. „Was soll ich denn jetzt machen?“ Unsere Recherchen ergaben: Diejenigen, die „aufgrund von einer außergewöhnlichen medizinischen Situation dringend vorzeitig geimpft werden sollen“, melden sich nicht über die Kassenärztliche Vereinigung an, sondern direkt beim Kreis - über die E-Mail-Adresse prioimpfung@kreis-re.de. „Woher soll man das wissen?“, fragt Heinz Drelmann.

Bestätigung kam direkt - aber auch ein ernüchternder Zusatz

Die Bestätigung, dass die Anmeldung eingegangen ist, kam zwar direkt zurück. Aber auch der Zusatz: „Leider können wir Ihnen aufgrund des hohen E-Mail-Aufkommens aktuell nicht unverzüglich antworten. Sie werden jedoch in jedem Fall eine Rückmeldung von uns auf Ihre Anfrage erhalten. Aus diesem Grund bitten wir um Ihr Verständnis und bitten von weiteren Anfragen abzusehen“, heißt es darin. Heinz Drelmann ist jetzt gespannt, wie sein Impf-Abenteuer weitergeht...

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