Friseurinnen und Friseure leisten von morgens bis abends oft sehr aufwendige „Kopf-Arbeit“.
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Friseurinnen und Friseure leisten von morgens bis abends oft sehr aufwendige „Kopf-Arbeit“.

Solidarischer Wildwuchs

Die Waltroper Friseure im Lockdown: Ärger der Profis über Schwarzarbeit ist groß

  • Silvia Seimetz
    vonSilvia Seimetz
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Langer Pony, grauer Ansatz - auch zwei Friseurmeisterinnen lassen im Shutdown der Natur freien Lauf. Doch viele Menschen haben dennoch die Haare frisch geschnitten. Das ärgert sie.

Sabine Grafe hat zwei Salons und das Café Schnippschnapp an der Hochstraße. Alles ist seit dem 16. Dezember geschlossen. Und vom Staat sei keine Unterstützung zu erwarten. „Die Corona-Soforthilfe aus dem Frühjahr muss ich bis auf den Selbstbehalt komplett zurückzahlen“, berichtet sie: „Jetzt bekommen wir gar nichts.“

Warten auf das Kurzarbeitergeld

Dabei sorgt sich Sabine Grafe um ihre acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sie in Kurzarbeit schicken musste. „Ich habe ein tolles Team“, betont sie. Nun muss die Chefin sehen, wie sie ohne Einnahmen ihre Mannschaft halten kann: „Das Kurzarbeitergeld vom Amt ist bislang auch nicht da.“

Familienbetrieb seit 80 Jahren in Waltrop

Nicole Szmania, die den seit 80 Jahren bestehenden Familienbetrieb an der Riphausstraße leitet, hofft, dass die Krise wenigstens etwas Positives bewirkt: „Ich wünsche mir, dass der Friseurberuf zu einem besseren Image kommt.“  Denn jetzt merken die Leute doch, wie wichtig ein guter Haarschnitt ist.

Kritik an Schwarzarbeit und gut frisierter Bundeskanzlerin

Als Zeichen der Solidarität und Statement gegen Schwarzarbeit verzichten derzeit sowohl Nicole Szmania als auch Sabine Grafe darauf, sich die Haare schneiden zu lassen oder nachzufärben. „Einen frischen Profihaarschnitt erkenne ich sofort“, sagt Nicole Szmania. Und davon sehe sie in diesen Tagen erstaunlich viele: „Aber Schwarzarbeit schadet uns allen.“ Auch Sabine Grafe hat einen Blick dafür: „Selbst unsere Bundeskanzlerin macht sich ja die Haare nicht selbst. Das kann sie wahrscheinlich auch gar nicht. Dabei sollten sie und die anderen Politiker mit gutem Beispiel voran gehen und sich jetzt mit schlechter Frisur zeigen.“

Einen ausführlichen Bericht zum Thema und welchen Rat die Profis geben, damit der Lockdown nicht zu haarig wird, lesen Sie am Dienstag, 19. Januar, in der digitalen und gedruckten Ausgabe der Waltroper Zeitung.

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