In diesem Betrieb geht es um die Wurst.
+
In diesem Betrieb geht es um die Wurst.

Innenstadt

Für eine junge Waltroperin geht es täglich um die Wurst

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
    schließen

Niemand hat Druck gemacht, dass sie den Beruf ergreift, obwohl es Familientradition ist.  Sie machte es einfach gerne, und jetzt geht es für sie täglich um die Wurst. 

  • Ihre Eltern hatten gar nicht damit gerechnet, dass sich eine ihre Töchter für die Fortführung der Familientradition begeistert
  • Doch sie brachte schon als Kind das nötige Interesse mit
  • Jetzt besuchte sie einen Meister-Kurs bei einer renommierten Fachschule in Bayern

Schon seit 1907 besteht der Betrieb in der Waltroper Innenstadt, ist damit einer der ältesten im ganzen Kreis. „Es ging überhaupt nicht um Nachfolge-Planung“, betont Fleischermeister Walter Kranefoer, der übrigens selbst nicht immer Fleischer, sondern mal Schauspieler werden wollte. Seine Tochter Annabelle hatte jedenfalls einfach das nötige Interesse an dem Beruf, und da wollten die Eltern natürlich auch nicht im Wege stehen. „Ich kann mich erinnern, dass ich schon als Kind auf einem Ikea-Höckerchen gesessen und Schweinedärme aufgezogen habe“, erzählt die heute 23-Jährige schmunzelnd. Zunächst hatte sie Fleischerei-Fachverkäuferin gelernt. 

Annabelle Kranefoer liebt die Wurst aus eigener Herstellung.

Als Frau in der Minderheit

Im vergangenen Jahr ging sie die Sache mit der Meisterschule professionell und fokussiert an: Für drei Monate ging es an die Bayerische Fleischer-Schule in Landshut, eine absolute Top-Adresse in der Szene, um den Meister zu machen. Schon beide Großväter der jungen Frau haben hier vor vielen Jahren ihre Meisterprüfung gemacht – und sie waren jetzt auch bei der Übergabe des Meisterbriefs an die Enkelin dabei. „Wir waren 36 Teilnehmer, die kamen tatsächlich aus der ganzen Welt“, berichtet Annabelle Kranefoer von ihrer Zeit in Bayern, wo das Handwerk traditionell einen hohen Stellenwert hat. Von den 36 haben am Ende 31 ihre Prüfung bestanden, nur vier davon waren Frauen. Altersmäßig waren sie bunt gemischt, der Jüngste war gerade 18, der Älteste 47. Es sei eine sehr schöne Zeit in Bayern gewesen, sagt die junge Waltroperin, wenn auch eine anstrengende. Es gab eine Sieben-Tage-Woche, an Feiertagen wurde auch durchgearbeitet. 

Weißwurst zum Frühstück

Zum Frühstück gab’s übrigens Weißwurst – da muss man sich erst einmal dran gewöhnen. Ende November hatte Annabelle Kranefoer den Meisterbrief entgegengenommen. Was nun, zurück in Waltrop, ihre Aufgaben im Betrieb sind? „Ich helfe, wo ich gebraucht werde“, sagt Annabelle Kranefoer. Das kann mal im Ladenlokal an der Rösterstraße an der Theke sein, denn den Kundenkontakt mag die junge Frau nach wie vor. Aber eben auch in der Wurstküche. 

Mit der Schließung der Fleischerei Beermann endete jüngst eine andere Geschichte in diesem Handwerk.  Unterdessen tut sich etwas im ehemaligen Beermann-Ladenlokal in Oer-Erkenschwick.

Die CDU hat kürzlich ihr Team für die Kommunalwahl aufgestellt. Walter Kranefoer strebt zwar kein Amt an, ließ sich aber dort blicken.

Quälerei auf dem Kopfsteinpflaster

Im "Stellwerk Zukunft" geht es ebenfalls um Berufe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Weltrekordler wählt falsche Taktik - nur bis Kilometer 25 "war alles easy"
Weltrekordler wählt falsche Taktik - nur bis Kilometer 25 "war alles easy"
Unerlaubtes Feuer ruft Berufsfeuerwehr Herten auf den Plan
Unerlaubtes Feuer ruft Berufsfeuerwehr Herten auf den Plan
Urlaub in der Heimat: Das gibt es bei einer Radtour im Ruhrgebiet zu entdecken - Tipps für Anfänger
Urlaub in der Heimat: Das gibt es bei einer Radtour im Ruhrgebiet zu entdecken - Tipps für Anfänger
Aktueller R-Wert: Reproduktionszahl fällt weiter
Aktueller R-Wert: Reproduktionszahl fällt weiter
Kommunalwahl 2020 in NRW: Tausende Wahlhelfer werden gebraucht - so wird man Stimmenzähler
Kommunalwahl 2020 in NRW: Tausende Wahlhelfer werden gebraucht - so wird man Stimmenzähler

Kommentare