Das Ordnungsamt zieht Bilanz der Corona-Kontrollen.
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Das Ordnungsamt zieht Bilanz der Corona-Kontrollen.

Zahlen und Fakten

Erste Bilanz: Das Ordnungsamt und die Corona-Regelverstöße

  • Martin Behr
    vonMartin Behr
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Gut dreieinhalb Monate nach den ersten Corona-Maßnahmen zieht das Ordnungsamt der Stadt Waltrop eine erste Bilanz. Mussten die Mitarbeiter oft einschreiten?

Neun Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen das Kontaktverbot sind eingeleitet worden. Bußgeld: je 200 Euro. In einem Fall notierte das Ordnungsamt gar einen zweifachen Wiederholungstäter, der mit 400 Euro zur Kasse gebeten wurde. Alles in allem, so fasst es Martin Voskort, Leiter des Bereiches Recht und Ordnung zusammen, sei mit der außergewöhnlichen Situation in Waltrop aber gut umgegangen worden. Die Zahl der Bußgeldbescheide darf als relativ überschaubar bezeichnet werden. Ein Hinweis darauf, dass die Strategie des Ordnungsamtes aufging.

Strategie: Erstmal höflich hinweisen

 „Es gab eine Absprache zwischen der Bürgermeisterin und mir, dass wir die Menschen beim ersten Verstoß erstmal höflich darauf hinweisen“, erklärt Voskort. Mit einem Bußgeld sollte nur derjenige belegt werden, der sich mindestens zweimal den Regeln widersetzte. Parallel zu der ersten Ermahnung habe man immer auch die Personalien der Betroffenen aufgenommen, schildert Voskort. Im Rathaus wurde eine entsprechende Liste geführt, in der alle „Ersttäter“ namentlich aufgeführt wurden. In den besagten neun Fällen ist dann ein Bußgeldbescheid verschickt worden. „Der Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz ist kein ,Pillepalle’“, sagt Martin Voskort deutlich. Zumeist hätten man es in diesem Zusammenhang mit jugendlichen Gruppen zu tun gehabt. Ansonsten galt: „Wir haben sehr viele Gespräche geführt“, berichtet Voskort. Dabei ging es insbesondere auch um Aufklärungsarbeit: Ab wann darf der Personal-Trainer wieder kommen? Wie sieht’s eigentlich mit dem Besuch von Angelhöfen aus? Darf ich eine private Feier ausrichten? „Natürlich mussten wir uns da auch oft erstmal einlesen“, schildert Voskort. 

Eis anfangs nur im Becher

Dass anfangs Eis in der Eisdiele (aktuell suchen wir in Marl nach der besten in der Stadt) nur im Becher und nicht im Hörnchen verkauft werden durfte – eine Regel, die freilich auch das Ordnungsamt nicht gleich auf dem Schirm hatte. „Die meisten Menschen, mit denen wir gesprochen haben, waren einsichtig“, lobt Voskort. Natürlich gab es auch Ausnahmen. Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Waltroper Gewerbebetriebe hat das Ordnungsamt übrigens nicht eingeleitet. So weit man das habe überblicken können, hätten alle, die Sicherheitsmaßnahmen nachbessern mussten, das auch getan. Voskort sagt aber auch, dass man bei der „unglaublichen Masse an Kontrollen“ wahrscheinlich nicht alles im Blick haben konnte.

Der finanzielle Schaden durch die Corona-Krise ist unterdessen auch für die Stadt selbst groß. 

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