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Der erste Spargel auf dem Feld von Familie Wulhorst in Waltrop-Unterlippe wird von der Chefin fürs Foto geerntet.

Landwirtschaft in Corona-Zeiten

Der erste Waltroper Spargel ist in Sicht - doch wer erntet das Gemüse?

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Auf Waltrops Spargelfeldern packen immer auch Erntehelfer aus dem Ausland an. Doch der Innenminister ordnete ein sofortiges Einreiseverbot an. Wer erntet nun das königliche Gemüse?

  • Waltroper Spargel gilt als Delikatesse und liegt bald in den Läden
  • Doch Erntehelfer dürfen seit Mittwoch nicht mehr einreisen; die Landwirte müssen sich also anders helfen
  • Spargelstechen ist Knochenarbeit und nicht von einem Tag auf dem anderen zu lernen

Dieser Tage wird der erste Waltroper Spargel geerntet - und dann das: Am Mittwoch (25. März) ordnete das Bundesinnenministerium ein sofortiges Einreiseverbot für Saisonkräfte an. „Es ist ein Chaos“, sagt der Waltroper Landwirt Jodokus Niermann. Auf seinen Feldern packen bis zu 15 Erntehelfer in der Spargelsaison mit an. Vier Männer aus Rumänien sind bereits auf den Waltroper Spargelfeldern im Einsatz. Und in einigen Tagen sollte Niermanns Hofladen an der Recklinghäuser Straße 191 wieder öffnen. Genug Personal ist da - Servicekräfte aus der wegen Corona geschlossenen Bauernstube werden zu Verkäufern, Schälern und Verpackern.“ Und einige der Leute würden gewiss auch auf den Spargelfeldern aushelfen.

Bei Wulhorst arbeiten türkischstämmige Kräfte

Im Nordosten von Waltrop, an der Unterlippe 3, liegt der Hof von Angela und Klaus-Theo Wulhorst. Sie machen sich um die Ernte des Spargels und bald auch anderen Gemüses aber keine Sorgen: „Wir haben unsere türkischstämmigen Kräfte. Mit denen arbeiten wir seit zig Jahren zusammen“, berichtet die Chefin. Zwei polnische Erntehelfer dürfen nun in dieser Saison nicht dazukommen: „Aber das fangen wir auf, wir haben viele fleißige Kinder und damit auch Arbeitskräfte.“ 

Spargel-Verkauf im Hirschkamp in Waltrop

Viele Kunden fragten schon, wann es endlich losgeht, berichtet Angela Wulhorst, die immer mittwochs und samstags mit ihrem Verkaufswagen vor der Bäckerei Strunk im Hirschkamp steht. „Das klappt auf jeden Fall zu Ostern“, versichert sie. Den Spargel können die Genießer ab April auch im Hofladen kaufen. Allerdings gelten jetzt auch noch strengere Hygieneauflagen. 

Neue Erntehelfer anzulernen braucht viel Zeit 

Einfach so neue Kräfte anlernen, das ist nicht so einfach. Jodokus Niermann weiß, dass wunde Hände, gereizte Sehnen, schmerzende Muskeln vor allem für Anfänger dazugehören. „Eine neue Erntekraft braucht viel Zeit und Durchhaltevermögen, um sich die richtige Technik zuzulegen.“ Daher hat er bislang dankend abgewunken, wenn Schüler und Studenten um einen Job baten. „Sogar eine Lehrerin hat mich angerufen und Hilfe angeboten“, berichtet Niermann. Doch wenn jetzt keine erfahrenen Saisonarbeiter aus Rumänien einreisen dürfen, muss Niermann eine andere Lösung suchen. 

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