Das Trianel-Kraftwerk an der Stadtgrenze Lünen/Waltrop.
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Das Trianel-Kraftwerk an der Stadtgrenze Lünen/Waltrop.

BUND glaubt an zeitnahes Ende

Es geht um Geld, um sehr viel Geld: Wann legt Trianel sein Kraftwerk still?

  • Martin Behr
    vonMartin Behr
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Der Kohleausstieg ist beschlossene Sache, aber wann wird welches Kraftwerk abgeschaltet? Am Ende geht es um Geld, um sehr viel Geld.

Die jüngste Auktion der Bundesnetzagentur hinsichtlich der Abschaltung von Kohlekraftwerken im Zuge des beschlossenen Kohleausstiegs hat die Debatte, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, erneut befeuert. Im Fokus, auch die Kraftwerke rund um Waltrop.

BUND-Fachmann glaubt an Ende des Lüner Meilers

Der Kraftwerks-Fachmann und Vize-Landesvorsitzende des Umweltverbandes BUND, Dr. Thomas Krämerkämper, sagt, nach einer ihm bekannten Schnell-Studie stehe das Trianel-Kraftwerk in Lünen (Stadtgrenze Waltrop) ganz oben auf der Liste der Anlagen ab 350 Megawatt, die in der zweiten Ausschreibungsrunde für eine Abschaltung zum Zuge kommen könnten. Das würde eine Abschaltung der Anlage schon in wenigen Jahren bedeuten.

Keine Frage der grundsätzlichen Haltung

Dass Trianel, so wie der BUND-Fachmann vermutet, mit seinem Steinkohlekraftwerk Lünen (750 MW) tatsächlich schon an der nächsten Ausschreibungsrunde teilnehmen könnte, gilt nach anderen Informationen unserer Redaktion als unwahrscheinlich. Eine Frage der Wirtschaftlichkeit, nicht der grundsätzlichen Haltung zum Kohleausstieg. Dass Trianel hinter dem Ende der Kohleverstromung steht, unterstrich Unternehmenssprecherin Dr. Nadja Thomas im Gespräch mit unserer Redaktion. Trotzdem gilt: Der vorzeitige Ausstieg vom Ausstieg erfolgt nicht um jeden Preis. Man müsse ihn sozial verträglich gestalten, so Thomas.

Trianel-Kraftwerk hat 1,4 Mrd. Euro gekostet

Trianel, das schon an der ersten Auktionsrunde nicht teilgenommen hatte, obwohl es dort die höchsten Entschädigungszahlungen gab, hat rund 1,4 Mrd. Euro in sein Lüner Steinkohle-Kraftwerk investiert. Die Entschädigungssummen, die jetzt aufgerufen wurden, hätten ein vorzeitiges Abschalten nach achtjähriger Betriebszeit finanziell mitnichten aufgefangen. Das höchste Gebot, das noch einen Zuschlag erhielt, lag bei 150.000 Euro je Megawatt Leistung, wie aus einem Bericht der Süddeutschen hervorgeht.

Zu wenig Zeit, um das Investment zurück zu erwirtschaften

Was Trianel an dieser Stelle besonders stört: Für den Ausstieg aus der Braunkohle habe die Bundesregierung Entschädigungen von insgesamt 4,35 Mrd. Euro bereitgestellt. Dr. Nadja Thomas rechnet vor, was das mit Blick auf die Entschädigung pro Megawatt Braunkohleenergie bedeutet: ein Betrag von 500.000 Euro. Das sind 350.000 Euro mehr pro Megawatt, als bei der jetzigen Auktionsrunde als Höchstgebot für die Steinkohleanlagen ausgezahlt wurden. Trianel, das den Investitionszeitraum für seinen 1,4 Mrd.-Euro-Meiler mit 20 Jahren angibt, weist darauf hin, dass man – Stand jetzt – nicht einmal die Hälfte der Zeit hatte, um seine Investition zurück zu erwirtschaften.

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