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Die Waltroper Tobias Schülken und Mira Finkenbusch am Kraftwerk in Datteln.

"Datteln 4" im Gespräch

Fachfrau hat eine klare Meinung: "Das Kraftwerk steht hier falsch"

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Als Umwelttechnikerin weiß Mira Finkenbusch, wovon sie redet. Die Waltroperin sagt: Das Kraftwerk Datteln 4 steht an einem Ort, wo es nicht hingehört.  

  • Zwei junge Waltroper beschäftigen sich auch aus beruflicher Perspektive mit dem Kraftwerk Datteln 4
  • Tobias Schülken ist Jurist, Mira Finkenbusch Umwelttechnikerin
  • Es geht um Abstandsgebote und Entschädigungzahlungen

Es ist kompliziert, selbst fürFach-Juristen. Derjenige, der das sagt, ist selbst einer: Tobias Schülken, Waltroper CDU-Ratsherr, ist wisschenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Berg- und Energierecht der Uni Bochum. Dort soll eine Veröffentlichung entstehen. Arbeitstitel: „Datteln 4 – die never ending story“ – die „nie endende Geschichte“ also. Während Schülken als Jurist auf das Thema Kraftwerk(e) blickt und versucht, bei all den anhängigen Klageverfahren und politischen Wirrungen den Überblick zu behalten, hat eine weitere Waltroperin aus einem anderen beruflichen Blickwinkel ihre Meinung zum Dattelner Kraftwerk.

"Immer erst Genehmigung abwarten"

Mira Finkenbusch hat einige Jahre beruflich bei einem Energieunternehmen in der Schweiz verbracht. Als Umweltingenieurin achtet sie darauf, dass ihr Unternehmen bei Kraftwerksprojekten die Regeln beim Schutz von Umwelt und Anwohnern berücksichtigt, damit Gerichte ihm nicht einen Strich durch die Rechnung machen. Da geht es zum Beispiel um den Abstand der Anlage zur Wohnbebauung, wofür es klare Vorgaben gibt – bekanntlich ein Konfliktpunkt im Fall des Dattelner Kraftwerks. Mira Finkenbusch rät immer dazu, erst die komplette Genehmigung durch die Behörden abzuwarten, bevor man mit dem Bau eines Kraftwerks beginnt. „Ich habe bei meinem Bewerbungsgespräch extra gefragt, ob man für das Pumpspeicherkraftwerk, das von dem betreffenden Unternehmen in der Schweiz gebaut werden sollte, erst eine umfassende Genehmigung einholen will. Hintergrund war, dass ich die Erfahrung mit Datteln 4 vor Augen hatte.“ 

Vor Gericht auf die Nase gefallen

Dort hatte der Betreiber, damals Eon, nämlich eben nicht die endgültige Genehmigung abgewartet, sondern auf eigenes Risiko vorzeitig mit dem Bau begonnen. Und fiel damit vor Gericht auf die Nase. Im Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster von 2009 heißt es sinngemäß, für die Standort-Wahl am Dortmund-Ems-Kanal spreche im Grunde nichts – außer dem Willen des Betreibers, genau dort sein Kraftwerk zu bauen. Gefragt, ob sie diese Bewertung teile, antwortet Mira Finkenbusch kurz und bündig: „Ja!“

Mehr darüber, wie Mira Finkenbusch argumentiert und was laut Tobias Schülken die Erfahrungen mit dem Atom-Ausstieg mit Datteln 4 zu tun haben, lesen Sie in unserer Zeitung und im E-Paper.  

Kraftwerk Datteln 4 besetzt: Angeketteter Aktivist nennt Ziel der Aktion.

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