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Schüler besuchten 2008 die Fleischerei Beermann.

Innenstadt

"Das fällt mir wahnsinnig schwer" - Beermann schließt zum Jahresende

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116 Jahre nach der Gründung endet jetzt eine Ära: Gründer-Enkel Carl Beermann (63) schließt die verbliebenen Metzgerei-Standorte in Waltrop und Mengede.

  • 1903 eröffnete Carl Beermann seinen Betrieb
  • In der dritten Generation endet jetzt die Familientradition
  • Dem Unternehmer fällt der Abschied schwer

Als Carl Beermann 1903 seine Fleischerei in Waltrop gründete, hatte er beste Startvoraussetzungen: Er kannte die Viehzüchter im Münsterland und wusste, wie sie mit ihren Tieren umgingen, denn er war als Viehhändler und Hausschlachter tätig. Über die Jahre stand Beermann immer für frisches Fleisch, dessen Herkunft sich vom Erzeuger bis zur Ladentheke verfolgen ließ – weit weg von jeder „Hauptsache-billig“-Mentalität. Nun endet eine Ära:  Die Standorte in Waltrop und Mengede werden geschlossen. Das Unternehmen wird aufgelöst.

Alles versucht, das Unternehmen als Ganzes zu verkaufen

„Das fällt mir wahnsinnig schwer“, sagt Beermann sichtlich bewegt im Gespräch mit unserer Zeitung. Er habe alles versucht, den Betrieb als Ganzen zu verkaufen, aber das sei leider nicht gelungen. In der Familie gibt es ebenfalls niemanden, der die Nachfolge übernehmen möchte. Für Beermanns Standort in Dortmund-Mengede hat sich, nachdem es zwischenzeitlich schlecht mit einer Nachfolge-Regelung aussah, immerhin doch noch eine gute Lösung gefunden: die Metzgerei Dilchert aus Herne übernimmt dort die Filiale und das Personal. Eine glückliche Fügung: Die Herner Metzgerei hatte sich an den Vermieter der Immobilie gewandt und sich nach der Verfügbarkeit des Ladenlokals erkundigt.

Für alle Mitarbeiter ist gesorgt

Wäre die Übernahme nicht gelungen, hätte der Dortmunder Ortsteil künftig überhaupt keinen Metzger mehr gehabt. Für den Waltroper Mutter-Standort gibt es noch keinen Nachmieter, die Zukunft der Waltroper Mitarbeiter ist aber laut Carl Beermann seit Längerem gesichert: Einige gehen nun in den Ruhestand oder Vorruhestand, diejenigen, die das entsprechende Alter noch nicht erreicht haben, fanden eine gute neue Arbeit im Umkreis. Zuletzt waren noch 18 Menschen für Beermann tätig, zu den Hoch-Zeiten waren es mal 150. Viele waren Jahrzehnte bei dem Familienbetrieb.

In der Waltroper Innenstadt gibt es künftig noch Kranefoer und Bönner, etwas außerhalb die Fleischerei Müller.  Bei einer Kranefoer-Tochter geht es täglich um die Wurst.

Es gibt einen neuen Mieter für die ehemalige Beermann-Filiale in Oer-Erkenschwick.

Für eine junge Waltroperin geht es täglich um die Wurst.

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