+
Michael Ulbrich aus Waltrop.

Update: Diskussion um 50-Euro-Banknote

Falscher Geldschein aus dem Sparkassen-Automaten? Das sagt der Betroffene

  • schließen

Ein Mann wollte mit einen 50-Euro-Schein in einem Lebensmittelgeschäft bezahlen. Der Schein war nicht echt. Kam er aus einem Sparkassen-Geldautomaten? Der Kunde beteuert genau dies.

Michael Ulbrich hat sich nach unserer Berichterstattung zu dem Thema vergangene Woche nun selbst bei unserer Redaktion gemeldet, um seine Sicht der Dinge zu schildern. Zunächst einmal: Anders als die Sparkasse es darstellt, habe er sich durchaus bei dem Geldinstitut gemeldet, als sein 50-Euro-Schein als Falschgeld identifiziert worden war. In der Anrufliste seines Handys zeigt er eine abgehenden Anruf zur Sparkassen-Zentrale in Recklinghausen am fraglichen Tag gegen 11 Uhr. Dort habe man ihm gesagt, er solle den Schein bei der Sparkasse abgeben. „Ich habe gesagt, das sei schon zu spät. Die Polizei hatte ihn schon konfisziert.“ Die hinzugerufenen Polizisten hätten ihm zu verstehen gegeben, sie müssten zwar formal eine Anzeige gegen ihn fertigen, die Sache werde aber wohl eingestellt. Eine solche Aussage wollte Polizeisprecherin Ramona Hörst freilich auf Anfrage keineswegs im Raum stehen lassen. „Das entscheiden auch gar nicht wir, sondern die Staatsanwaltschaft“, sagte sie. Noch ist das Verfahren aber nicht dorthin abgegeben. 

Der neue 50-Euro-Schein

Kunde will "andere warnen"

Wichtiger aber noch: Ulbrich sagt, er sei sicher, dass das Geld von der Sparkasse stamme. Er hole nur dort Geld ab, das sei seine einzige Bargeld-Versorgung. Und da die Automaten maximal 50 Euro als größte Stückelung ausspuckten, könne er der Logik zufolge keinen 50-Euro-Schein irgendwo als Wechselgeld bekommen haben. Für die Sparkasse ist das kein Beweis. Zwischen dem Abheben des Geldes und dem Versuch, mit dem 50-Euro-Schein zu bezahlen, hatten fast zwei Wochen gelegen. Und da könne man nicht mehr nachvollziehen, woher ein einzelner Schein stamme, zumal sich die Angaben des Kunden, an welchem Automaten er das Geld gezogen haben will, durch Sparkassen-Recherchen als falsch herausgestellt hatte. Gleiches gilt für seine Angaben hinsichtlich des genauen Tages. Michael Ulbrich räumt ein, dass er sich da geirrt hat, bleibt aber dabei: Das Geld stamme aus einem Automaten der Sparkasse Vest. Er wolle andere Kunden warnen, sagt Ulbrich.

Das hatten wir zunächst berichtet:

Die Polizei wurde bei dem Vorfall an der Supermarkt-Kasse hinzugezogen, die ermittelt jetzt wegen „Inverkehrbringens von Falschgeld“. Der Mann hat den Fall in einer Facebook-Gruppe selbst öffentlich gemacht. Demnach habe er den falschen Geldschein schon Ende September am Sparkassen-Automaten in Waltrop-Ost gezogen. Die Sparkasse wehrt sich: Dass aus ihren Automaten Falschgeld kommt, könne nach menschlichem Ermessen nicht sein. Nachforschungen der Sparkasse zeigen nach Angaben des Geldinstituts, dass der Mann Geld abgehoben hat, aber an einem anderen Automaten als er bei Facebook angibt. Dieser Automat hat eine Ein- und Auszahl-Funktion. Die Sparkasse sagt, bei Geräten, die nur eine Auszahl-Funktion haben, sei es praktisch ausgeschlossen, dass dort Falschgeld in der Kassette liegt, denn das Geld komme direkt von der Bundesbank. 

Waltroper Sparkasse: Auch bei Einzahl-Funktion wird das Geld überprüft   

Bei Automaten, die zusätzlich eine Einzahl-Funktion haben, könnte theoretisch falsches eingezahltes Geld im Automaten landen und an einen anderen Kunden wieder ausgezahlt werden. Aber natürlich hätten die Automaten eine technische Vorrichtung, mit der eingezahltes Geld auf Echtheit überprüft werde, betont die Sparkasse. Die könnte nun theoretisch defekt gewesen sein – aber das betreffende Gerät war einen Tag zuvor noch gewartet worden. Unterm Strich ist sich die Sparkasse sicher: Das Geld stammt nicht aus einem unserer Automaten. Kontakt mit der Sparkasse habe der Mann im Übrigen nicht aufgenommen, heißt es. 

Scheine auf Echtheit prüfen

Polizeisprecherin Ramona Hörst sagt, sie könne nur dazu raten, Geldscheine anhand ihrer Sicherheitsmerkmaleauf Echtheit zu überprüfen. 

Zunächst einmal halten sich die Behörden jetzt an denjenigen, der mit dem Falschgeld bezahlt hat, als Beschuldigten. Das kann jedem leicht blühen, denn kaum jemand schaut ja gewissenhaft nach, ob der Schein echt ist, den er zum Beispiel als Wechselgeld an der Supermarktkasse bekommt. Der 50-Euro-Schein ist übrigens bei Fälschern der beliebteste. Ein möglicher Grund: Wenn man eine Kleinigkeit mit einem solchen Schein bezahlt, bekommt man viel echtes Wechselgeld. Wenn man feststellt, Falschgeld in der Geldbörse zu haben, soll man auf keinen Fall versuchen, es irgendwo loszuwerden oder demjenigen zurückzugeben, von dem man es bekommen hat, sondern zur Polizei gehen. Das Geld muss nämlich aus dem Verkehr gezogen werden. Paragraf 136 des Strafgesetzbuches regelt die Strafe für „Inverkehrbringen von Falschgeld“: „Wer [...] falsches Geld als echt in Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.“ Kommt es zu einer Anklage, wird zu bewerten sein, ob der Mann, der mit dem falschen Geld zahlen wollte, wusste, dass es nicht echt war.

Hier informiert die Polizei darüber, wie man Fälschungen erkennen kann.

Die Recklinghäuser Polizei warnt auch vor Falschgeld, das in Recklinghausen und Marl aufgetaucht ist. Wir erklären, wie Sie die "Blüten" identifizieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Parken vor Wohnen West in Marl ist oft Glückssache
Parken vor Wohnen West in Marl ist oft Glückssache
Marl früher und heute – jeden Tag öffnet sich ein neues Türchen des Adventskalenders
Marl früher und heute – jeden Tag öffnet sich ein neues Türchen des Adventskalenders
Schalke: Darum hat die Veltins-Arena ab sofort eine neue Adresse
Schalke: Darum hat die Veltins-Arena ab sofort eine neue Adresse
Bei Bachelor in Paradise wird es für Carina ernst: Was hatte sie mit diesem Kandidaten?
Bei Bachelor in Paradise wird es für Carina ernst: Was hatte sie mit diesem Kandidaten?
Der BVB steht im Achtelfinale der Champions League - ein Mann wird zum Held von Dortmund 
Der BVB steht im Achtelfinale der Champions League - ein Mann wird zum Held von Dortmund 

Kommentare