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Diese Bilder hat uns die Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt. Sie dokumentieren die illegale Baumfäll-Aktion an der Leveringhäuser Straße.

Sollten die Bäume ganz fallen?

Baumfrevel an alten Kastanien: Feuerwehr schreitet ein, Stadt kündigt massive Strafen an 

  • Martin Behr
    vonMartin Behr
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Große Aufregung am Mittwochmittag an der Leveringhäuser Straße. Ein Bürger hat sich mit der Säge an zwei geschützen Kastanien zu schaffen gemacht. Nachbarn alarmieren die Feuerwehr.

  • Am Mittwoch wurden am Rande der Leveringhäuser Straße alte Bäume radikal beschnitten.
  • Die Kastanien waren geschützt, was der Grundstückseigentümer offenbar wusste.
  • Sogar die Feuerwehr rückt an.

Michaela Heßelmann, städtische Fachfrau für Bäume und Stadtgrün, versteht bei solchen Aktionen kein Spaß, wie sie bereits unter Beweis gestellt hat: Ein Bürger hat ohne Erlaubnis - mehr noch: nach nicht erteilter Genehmigung - "in Eigenregie massive Eingriffe in den Kronenbereich zweier Kastanien" vorgenommen. Heßelmann spricht von einem "Baumfrevel" und erklärt, dass die Bäume durch die Baumschutzsatzung der Stadt Waltrop geschützt gewesen sein. Ihr Stammdurchmesser: etwa zwei Meter. Ihr Alter: rund 80 bis 100 Jahre, sagt die Fachfrau.

Waltroper Grundstückseigentümer bat um Fällgenehmigung

Noch empörter ist sie, weil es hier eine Vorgeschichte gibt. "Der Eigentümer des Grundstückes Leveringhäuser Straße 100 hatte in der Vergangenheit mehrfach die Möglichkeit zur Fällung der Bäume erfragt", sagt Heßelmann. Eine Fällgenehmigung sei allerdings nicht erteilt worden - siehe Baumschutzsatzung. Dafür seien die Bäume vor circa zwei Jahren von einer Fachfirma als verkehrssicher eingestuft worden, so Heßelmann. Sie kündigt erhebliche Konsequenzen für den Übeltäter an, zumal sie davon ausgeht, dass dem massiven Eingriff in den Kronenbereich "vermutlich die komplette Fällung folgen sollte". Ebenso hat sie einen Vorsatz ausgemacht.

Feuerwehreinsatz wird auch in Rechnung gestellt

Die Stadt Waltrop werde unverzüglich ein entsprechendes Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten, sagt Michaela Heßelmann. Ein empfindliches Bußgeld dürfte dem folgen. Zudem werde dem Eigentümer der Einsatz der Waltroper Feuerwehr in Rechnung gestellt. Letztere war von besorgten Anliegern alarmiert worden.

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