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Am 9. November gedachten rund 80 Waltroper den Opfern der Nazis.

Nazi-Verbrechen nicht vergessen

Gehasst, nur weil sie Juden waren: Die traurige Geschichte der Waltroper Familie Baum

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Stadt-Historiker Josef Schneider hat im Rahmen einer Gedenkveranstaltung an das Schicksal der Waltroper Familie Baum erinnert. Sie wurden gehasst und verfolgt, nur weil sie Juden waren.

Sie waren eine ganz normale Waltroper Familie: Die Eltern führten ein Bekleidungsgeschäft an der Rösterstraße, die Kinder gingen ganz normal zur Schule mit anderen Waltroper Kindern. Dann kamen die Nazis und dies ehrbare Waltroper Familie wurde zum „Feind“ erklärt, nur weil sie jüdischen Glaubens war.

DGB und Kirche haben eingeladen

Den Opfern der Novemberpogrome von 1938 ein Gesicht geben – das war die Intention der Gedenkveranstaltung am Samstagmittag auf dem jüdischen Friedhof gegenüber der Feuer- und Rettungswache. Dazu hatten die Ortsgruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sowie die evangelische und katholische Kirchengemeinden eingeladen. Rund 80 Waltroper kamen.

Die Mutter kam nie wieder zurück

Stadt-Historiker Josef Schneider erzählte die Geschichte der jüdischen Familie Baum. Mit dem Tag der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich alles für die Inhaber des Bekleidungsgeschäftes „Stern und Baum“. SA-Männer hinderten die Bürger daran, dort einzukaufen. Sie konnten das Geschäft nicht halten – es wurde zu einem Spottpreis zwangsversteigert. „Danach war Jakob Baum ein gebrochener, gesundheitlich angeschlagener Mann“, berichtet Josef Schneider. Jakob Baum starb, die Kinder suchten Schutz in Israel. Mutter Marta wurde deportiert und in ein Lager nach Polen gebracht. Daraus kam sie nie wieder zurück.

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