Der letzte Personenzug, der vom Bahnhof Waltrop abfuhr - das war am 27. Mai 1983 - ist auf diesem Foto, das ein Leser unserer Redaktion zur Verfügung stellte, zu sehen. 
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Der letzte Personenzug, der vom Bahnhof Waltrop abfuhr - das war am 27. Mai 1983 - ist auf diesem Foto, das ein Leser unserer Redaktion zur Verfügung stellte, zu sehen. 

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Gibt es eine Chance, den Waltroper Bahnhof zu reaktivieren? Das sagen SPD und CDU

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Immer wieder wird das Thema in Waltrop diskutiert: die Reaktivierung des hiesigen Bahnhofs. Schienen-Lobbyisten halten es nicht für sinnvoll. Das sagen SPD und CDU. 

  • Die Branchen-Vereinigung Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die „Allianz pro Schiene“ haben eine Liste vorgelegt, welche Bahnhöfe und -strecken sich zur Reaktivierung für den Personenverkehr eignen. 
  • Waltrop ist nicht geeignet für eine Reaktivierung, heißt es darin. Die Strecke soll dem Güterverkehr vorbehalten bleiben.
  • Die SPD will sich damit nicht abfinden. Auch die CDU gibt das Thema nicht auf.


    Update 16. Juli, 13.30 Uhr: Die CDU hat in ihrem Wahlprogramm formuliert, dass man sich „trotz aller Widrigkeiten“ für die Wiedereröffnung der Hamm-Osterfelder Bahn für den Personenverkehr einsetze. Stadtverbandschef Ludger Finke sagte unserer Zeitung, seiner Partei gehe es um die vernünftige Anbindung Waltrops an das Fernverkehrsnetz. Da erscheine seiner Partei die Ertüchtigung des Waltroper Bahn-Halts als die nächstliegende Option. Ähnlich wie die SPD ist auch Finke der Auffassung, dass eine oder zwei Personen-Bahnverbindungen pro Stunde doch trotz des Güterverkehrs auf der Strecke möglich sein müsse. Aber auch die Verlängerung der Stadtbahnlinie von Brambauer sei ein interessanter Vorschlag.

    Update 15. Juli, 17.30 Uhr:  Die SPD Waltrop schreibt, sie betrachte es natürlich auch als ein sinnvolles Ziel, Güter auf die Schiene zu setzen, aber: „Wir gehen nicht davon aus, dass wir bei Planungen über einen Zehn-Minuten-Takt reden. In jede Richtung zwei zusätzliche Züge pro Stunde unter zu bekommen, muss machbar sein.“ Natürlich müsse dafür Geld in die Hand genommen werden, sagt Ratskandidatin Kathrin Jewanski. „Wenn die Strecke reaktiviert werden soll, sind so oder so Baumaßnahmen an den Haltepunkten notwendig. Hier muss dann die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden, so dass durch einen Personenzug-Halt auf einem Ausweichgleis im Bahnhof der fließende Güterverkehr nicht beeinträchtigt wird.“ Die SPD hält es für „inakzeptabel, den Güterverkehr und den Personenverkehr gegeneinander auszuspielen“ und will „für ein ordentliches Gutachten sorgen“, wie Bürgermeisterkandidat Marcel Mittelbach ankündigt.

Das hatten wir zuvor berichtet:

Die Branchen-Vereinigung Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die „Allianz pro Schiene“ haben Vorschläge erarbeitet, welche stillgelegten Eisenbahnstrecken sich zur Reaktivierung eignen. Für Waltrop besonders interessant ist der Abschnitt zwischen Hamm und Recklinghausen auf der Hamm-Osterfeld-Bahnstrecke. Die Verbände sagen: Diese Strecke soll weiterhin nur für den Güterverkehr genutzt werden. 

Strecke soll dem Güterverkehr vorbehalten bleiben

Die Verbände haben in ihrer Übersicht bundesweit 238 Strecken mit insgesamt 4016 Kilometern Länge herausgefiltert, die sie zur Reaktivierung empfehlen. Die Strecke, an der Waltrop liegt, jedoch ausdrücklich nicht. Dr. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr beim VDV, erklärt, dass die Eisenbahnstrecke Hamm-Recklinghausen die einzige Güterverkehrsmagistrale des Ruhrgebietes ohne Konflikte mit dem Personenverkehr darstelle. "Diese Strecke sollte weiterhin auch im Interesse der Wirtschaft dem Güterverkehr vorbehalten bleiben.“ 

Bahnhöfe liegen zu weit entfernt

Was außerdem gegen eine Reaktivierung, die in Waltrop vielfach diskutiert worden ist, spreche: Die meisten Bahnhöfe dieser Linie lägen weit von den Stadtzentren entfernt. Dies gelte insbesondere für Bergkamen, Lünen und Datteln. „Auch in Waltrop ist die Lage zum Stadtzentrum und zu den Buslinien nicht ideal. Auch hierin zeigt sich die Ausrichtung auf den Güterverkehr bereits beim Bau der Strecke.“ 

VDV nennt für Waltrop eine Alternative

Der VDV nennt allerdings eine Alternative. „Vorzugswürdig“ sei die Verlängerung der Stadtbahnlinie U 43 von Brambauer nach Waltrop bei weiterer Beschleunigung dieser Linie, um auch Waltroper Bürgern eine schnelle Verbindung zum Oberzentrum Dortmund zu bieten. Henke: „Diese dürfte den Waltroper Interessen eher entgegenkommen als Verbindungen nach Hamm und Recklinghausen oder an die Peripherie von Nachbarortschaften.“ 

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