An der Rathaus-Kreuzung

Ein Fachwerkhaus, 20 Zimmer und fünf Bäder, viel Stress - und viel Geschichte

  • Silvia Seimetz
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Es ist eines der markantesten Gebäude von Waltrop: Das Fachwerkhaus Nierhoff an der Rathauskreuzung. Heute sind Rechtsanwälte darin, doch das Haus hat schon ganz andere Bewohner gesehen.

Das Haus Nierhoff an der Hochstraße 61 gehört wohl zu den am meisten bewunderten Gebäuden in Waltrop. Dass Haus und Garten heute so adrett dastehen, ist den Eigentümern zu verdanken. Die Eheleute Claudia und Claus Volke haben dort 2014 ihre Rechtsanwaltskanzlei eingerichtet. Doch bauen ließ es einst, im Jahre 1804, Franz Joseph Leppelmann - als Altersruhesitz, mit Speicher, Backhaus, Stall und 39 preußischen Morgen Land sowie zwei Gärten, die zum Anwesen gehörten.

Das hat Norbert Frey, der Vorsitzende des Heimatvereins Waltrop, recherchiert. Bis 1885 hätten die Leppelmanns an der Hochstraße in Waltrop residiert. Dann kaufte Familie Nierhoff den Besitz. Nachfahre Axel Nierhoff bot das Haus 2014 inklusive Interieur zum Verkauf an - und die Volkes erwarben es. Neben Möbeln, Bildern und Büchern gehörten 150 Jahre alte Lohnbücher des Sägewerks dazu. „Wir waren erstaunt, wie viel größer das Haus ist, als es von der Hochstraße aus wirkt. Aber es hat ja auch 600 Quadratmeter Wohnfläche“, sagt Claudia Volke.

Die heutigen Besitzer von Haus Nierhoff in Waltrop, Claus und Claudia Volke, im Garten.

Umzug von Lünen nach Waltrop

20 Zimmer und fünf Bäder gehörten zum Haus - und die zu einer Kanzlei herzurichten, war am Ende, so beschreiben es die Volkes, die stressigste Zeit ihres Lebens. Auch wenn sie jetzt froh sind, jetzt in dem Haus mit Geschichte zu arbeiten. „Wir mussten unsere Kanzlei in Lünen früher als gedacht verlassen und hatten nur drei Monate Zeit für den Umbau.“ Ohne die Hilfe von vertrauten und verlässlichen Handwerksbetrieben wäre das nicht gegangen. „Sie sind ständig auf neue Überraschungen gestoßen“, erinnert sich Claus Volke. Mit Liebe und dem Willen, möglichst viel zu erhalten, haben sie die benötigten Räume restauriert. Unter Lack verschwundenes Parkett wurde hervorgeholt - und in den oberen Etagen sieht es zum Teil aber auch noch so aus wie zu Nierhoffs Zeiten....

So sah das im Jahr 1920 aus: ein Blick in die Hochstraße in Waltrop. Links ist Haus Nierhoff zu sehen, rechts das Kriegerdenkmal.

Rubriklistenbild: © Silvia Seimetz

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