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Das Fotoalbum zeigt ein Bild mit Struppi. 

Für Tierfreunde

Hinter diesem Bild steckt eine herzzerreißend schöne Geschichte

  • Martin Behr
    vonMartin Behr
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Christel Treek (84) aus Waltrop hat die Worte ihres Mannes noch genau im Ohr: „Struppe, du musst jetzt gehen..." Es kam so was von anders. Eine Geschichte von Freundschaft und Treue.

Meistens sind es die Menschen, die sich ihre Haustiere aussuchen. Manchmal, in seltenen Fällen, geschieht das aber auch andersrum. Wie machtlos – im positiven Sinne – Mensch dann ist, hat Christel Treek am eigenen Leib erlebt. Es geht um Struppi, ein ausgesetzter Hund, der eines Tages zerzaust und vor Hunger winselnd im Gebüsch vor ihrem Haus in Waltrop lag.

Es geschah kurz vor ihrer Hochzeit 

Die Geschichte, die Christel Treek (84) nach unserer Berichterstattung anlässlich des Tags der Freundschaft zu Papier brachte, geht auch Jahrzehnten danach noch unter die Haut. Alles begann im Jahr 1966... 

Christel Treek lächelt dankbar, wenn sie an ihren langjährigen Wegbegleiter Struppi denkt. Auf einem Bild aus dem Frühjahr 1967, das sie in einem Fotoalbum gefunden hat, zeigt sie uns den Hund, der ihr Herz erobert hat.

„Acht Tage vor unserer Hochzeit lief mir ein ausgehungerter und total verschreckter Hund zu. Er lag im Hof unter den Sträuchern und kam winselnd und ängstlich auf mich zu und warf sich dann vor mir auf den Boden und schaute mich traurig an. Für mich stand fest: Wir werden sicherlich während unserer Ehe Tiere anschaffen, denn wir waren beide große Tierfreunde. Aber jetzt doch noch nicht. Trotzdem holte ich eine Schüssel mit Wasser und ein großes Stück Fleischwurst, denn der arme Hund tat mir so leid. Er war so ausgehungert, dass er sogar noch eine Scheibe Brot fraß und dann noch die ganze Fleischwurst. 

Ich streichelte ihn und sagte zu ihm: ,Du, wir wollen in acht Tagen heiraten und können dich jetzt noch nicht aufnehmen.’ Aber das verstand er nicht und legte sich wieder unter die Sträucher. Ich holte noch eine Schale mit Wasser und gab ihm den Namen Struppi, weil seine Haare trotz Ausbürstens weiterhin ganz struppig blieben.

Mein Mann kam von der Arbeit nach Hause und fragte: ,Wem gehört denn der Hund?’ Ich sagte: ,Frag ihn doch selber, aber ich kann ihn nicht verstehen.’ Abends saßen wir vor dem Fernseher, der Hund lag weiterhin unter den Sträuchern. Natürlich hatte ich ihm noch etwas zu Fressen gegeben, er war ja so ausgehungert. Mein Mann meinte, dass wir uns später mal einen Hund anschaffen würden, aber nicht jetzt. 

Am nächsten Tag saß Struppi auf der Terrasse und bettelte um Futter. Mein Mann meinte: ,Struppe, du musst jetzt gehen. Wir können dich nicht aufnehmen!’ Da stand Struppi auf, kam zu mir und leckte meine Hand. Und er blieb. 16 Jahre lang hatte er ein tolles Zuhause.“

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