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Louis Kruse hat Zivilcourage gezeigt und einem Mann damit vermutlich das Leben gerettet.

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Bus-Zwischenfall: Lebensretter Louis (16) findet Reaktion der Vestischen "ganz passabel"

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Nach dem Vorfall an der Bahnhofstraße, wo THG-Schüler Louis Kruse aus dem Bus einen Notfall beobachtete, hat die Vestische die Sicht der Busfahrer erklärt - und sich bei Louis gemeldet. 

Der 16-jährige Louis Kruse hatte heldenhaft einem Mann geholfen, der mit Atemnot und einem späteren Herzstillstand kämpfte. Als der Schüler den Vorfall beobachtete, war er im Bus unterwegs. 

Die Vestische nahm nun Stellung zu dem Vorfall, suchte aber auch noch einmal das Gespräch mit Louis Kruse. „Sie haben sich den Fehler eingestanden. Die Reaktion finde ich eigentlich ganz passabel“, sagte Louis Kruse über die Vestische, die zudem ein Gespräch mit dem Ausbilder in seinen Räumen anbot. 

Warum halfen die Busfahrer nicht selbst?

"Warum halfen die Busfahrer nicht selbst?", fragt sich der THG-Schüler. Vestische-Pressesprecher Christoph van Bürk erklärt, dass es sich an dem Morgen des 17. Juni um eine Ausbildungsfahrt gehandelt habe. Dabei wurde der Fahrer an die neue Strecke gewöhnt. „Das bedeutet, dass sowohl Fahrer als auch Ausbilder, der vorne rechts an der Tür stand, auf den Straßenverkehr fokussiert waren“, erklärt Christoph van Bürk. Der Ausbilder habe den Wagen und den Fahrer flüchtig im Vorbeifahren gesehen, dachte aber, er würde nach unten auf sein Handy schauen. „Der Fahrer hat sich sehr selbstkritisch gezeigt“, berichtet Christoph van Bürk.

Das hatten wir am Donnerstag berichtet 

Es war an einem Montag, als der 16-jährige einen Kastenwagen erblickte, der auf der Riphausstraße, kurz vor dem Fahrzeugbauer Langendorf, mit Warnblinker stand. „Das war irgendwie komisch“, sagt der THG-Schülersprecher. Er sah einen Mann am Steuer, der seinen Kopf schräg gelegt hatte, verkrampft aussah und mit offenem Mund nach Luft schnappte. „Ich habe laut gerufen, dass der Busfahrer anhalten soll“, sagt er. Doch: Keine Reaktion. Erst nach dem dritten, energischen Rufen und dem erneuten Hinweis, dass jemand „wirklich medizinische Hilfe braucht“, habe der Bus gehalten, schildert Louis Kruse. Er sprang raus, der Bus fuhr weiter. 

Waltrop: Herzdruck-Massage hat geholfen

Der junge Mann rannte zurück. Da der Fahrer des Kastenwagens auf ein Anfassen an der Schulter nicht reagierte, versuchte Louis Kruse, Hilfe zu holen. Doch obwohl er sich vor ein Auto auf die Fahrbahn stellte, fuhr dies einfach um ihn herum. Ein Ehepaar von der gegenüberliegenden Seite sei zur Hilfe geeilt. In der Zwischenzeit hatte der Schüler die 112 gewählt. Gemeinsam mit dem unbekannten Helfer zog er den Mann aus dem Fahrzeug. „Ohne die Unterstützung wäre das alleine wahrscheinlich nicht möglich gewesen“, sagt Kruse. Der Fahrer atmete nicht mehr. Der zur Hilfe geeilte Autofahrer begann mit einer Herzdruck-Massage. 

Hut ab vor so viel Waltroper Zivilcourage

Der Notarzt, der kurz darauf eintraf, übernahm und brachte den Mann ins Dattelner Krankenhaus. Auf Nachfrage beim Arbeitgeber eines Ersthelfers hieß es: Der Mann sei mittlerweile bei Bewusstsein, die Folgeschäden aber noch nicht absehbar. 

Die Klausur musste Louis Kruse übrigens nicht mehr schreiben, denn vor so viel Zivilcourage zieht nicht nur die Schulleitung des THG den Hut. Der 16-Jährige wünscht sich, dass mehr Menschen anhalten und nicht achtlos weiterfahren – wie etwa der Busfahrer. 

Louis Kruse ist nicht der erste junge Waltroper, der Zivilcourage zeigt. Ein ganz prominenter Fall ist der von Saskia Jürgens. Sie hatte nach ihrem Einsatz bei einer Messerstecherei sogar denXY-Preis für Zivilcourage bekommen

Die Vestische will überdachte Haltestellen künftig begrünen - doch das geht nur Schritt für Schritt.

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