+
Die Hinterland-Bebauung im Hirschkamp ist erstmal vom Tisch.

Wohnungsbau

Kann sich Waltrop den Rückzug von Vonovia leisten? Die SPD sagt: Ja!

  • schließen

Das Unternehmen Vonovia hat vorerst den Plan aufgegeben, im Hirschkamp mit neuen Wohnungen "nachzuverdichten". Kann sich die Stadt das erlauben? 

  • Die Nachverdichtung im Hirschkamp war nicht nötig, sagt die SPD
  • Die CDU sieht das anders. Man habe dem Investor ein falsches Signal gesendet.
  • Die Stadt muss weiter bauen, wenn sie die Einwohnerzahl halten will

Das kürzlich aufgestellte „Handlungskonzept Wohnen“, Leitfaden für die künftige Haus- und Wohnungsbau-Politik der Stadt, wird gern von Bauwilligen herangezogen. Ganz allgemein lässt sich damit begründen, dass es in der Stadt noch Bedarf an Wohnungen gibt. Aber an welchen? SPD-Fraktionsvorsitzender Detlev Dick sagt, er habe einmal genauer hingeschaut – und festgestellt: Beim Geschosswohnungsbau habe Waltrop im Mittel der letzten drei Jahre das Soll übererfüllt. Es wurde ein Bedarf von 25 Geschoss-Wohneinheiten pro Jahr berechnet, der Mittelwert der Fertigstellungen der letzten drei Jahre lag bei 55.

"Es könnte zurückhaltender gebaut werden"

Daraus folgt für Dick auch: Die „Nachverdichtung“ mit Geschoss-Wohnungen im Hirschkamp, so wie Vonovia sie geplant hatte, ist nicht nötig. „Es könnte auf dieser Grünanlage auch zurückhaltender gebaut werden.“ Also: nicht schade drum, dass die Vonovia-Pläne einstweilen nicht verwirklicht werden. Nachholbedarf im Vergleich zur Zielmarke, das zeigten die Zahlen, gebe es indes bei Einfamilienhäusern, während man beim sozialen Wohnungsbau genau richtig liege. Bei der CDU sieht man das mit den Vonovia-Plänen offenbar anders. Andreas Brausen sagte in seiner Rede zum Haushalt: „Einige Fraktionen dürften sich jüngst wieder auf die Schulter geklopft haben. Sie haben ein deutliches Signal gesendet: Wenn ein Investor in Waltrop Wohnraum schaffen will, dann schauen wir doch mal, wie hoch wir unsere Ansprüche schrauben können, bis er entnervt aufgibt und das Grundstück lieber leer lässt. Nichts mit neuem Wohnraum, damit Mieten hier bezahlbar bleiben.“ 

Die Hirschkamp-Pläne hatten viel Kritik hervorgerufen

Stadt will Einwohnerzahl halten

Jenseits des politischen Streits leistet Stadtplaner Andreas Scheiba Fakten-Aufklärung und macht die großen Linien klar, um die es geht: Waltrop würde perspektivisch Einwohner verlieren, wenn es nicht aktive Neubürger-Ansiedlungspolitik betreiben würde. So werden im „Handlungskonzept Wohnen“ zwei Modelle für Bedarf an Wohnraum berechnet: Eines steht unter der Voraussetzung, dass die Einwohnerzahl sinkt, so wie es die Statistiker annehmen. Das andere Szenario geht von der Prämisse aus, dass Waltrop seine Einwohnerzahl halten will – und das ist erklärter Wille der Verantwortlichen. Das führt aber natürlich zu ambitionierteren Zahlen beim Neubau in den nächsten zehn Jahren. 

Geschoss-Wohnungsbau auf gutem Weg in Waltrop

Richtig ist, dass der Geschoss-Wohnungsbau in Waltrop unter diesen Vorzeichen auf gutem Weg ist. Bis 2030 müssten aber jährlich auch 39 Ein- und Zweifamilienhäuser neu entstehen. Um das zu erreichen, wird die Stadt neue Baugebiete ausweisen müssen. Für 2017 nennt die Stadt zehn Fertigstellungen von Einfamilienhäusern, für 2018 sind es 52, für 2019 zwölf. Scheiba sagt, grundsätzlich sei es im Sinne der Ökologie aber auch eine Verpflichtung der Stadt, weiter auch über Nachverdichtung nachzudenken, wie es auch im Falle des ehemaligen Waldstadions geschehen soll. Freilich ist Nachverdichtung immer potenziell konfliktträchtig.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Alle müssen vom Fahrrad runter bis auf Frau Westermann: Schild irritiert - die Lösung überrascht
Alle müssen vom Fahrrad runter bis auf Frau Westermann: Schild irritiert - die Lösung überrascht
Pikantes Detail auf Foto von Bikini-Frauen - Sehen Sie es sofort?
Pikantes Detail auf Foto von Bikini-Frauen - Sehen Sie es sofort?
Epstein-Skandal: Verfügbarkeiten von Frauen und Mädchen in Computerdatenbank - Jüngste war elf
Epstein-Skandal: Verfügbarkeiten von Frauen und Mädchen in Computerdatenbank - Jüngste war elf
Drastische Änderungen und gestrichener Support: WhatsApp verändert sich im Jahr 2020
Drastische Änderungen und gestrichener Support: WhatsApp verändert sich im Jahr 2020
Mareile Höppner: Höschen-Blitzer bei „Promi Shopping Queen“ - Hat das denn sonst keiner gemerkt?
Mareile Höppner: Höschen-Blitzer bei „Promi Shopping Queen“ - Hat das denn sonst keiner gemerkt?

Kommentare