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Das Castrop-Rauxeler Tierheim am Deininghauser Weg ist auch für Waltroper Tiere zuständig.

Nach Absage für Steuer-Erleichterung

Tierheim-Hunde: Worauf es beim Vermittlungsprozess ankommt, auf was Tierschützer achten 

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Die Stadt Waltrop hat der Idee eine Absage erteilt, adoptierte Tierheim-Hunde anfangs von der Steuer zu befreien. Aber wie läuft der Prozess ab, bevor es zu einer Adoption kommt?

Update 18.Juli: 

Bei allem Vermittlungsdruck, den es im Tierheim gibt, gilt eines: Der Vermittlungsprozess erfolgt sehr differenziert. „Wir haben da jetzt noch einmal an Professionalität zugelegt“, sagt Kristina Rummeld vom Vorstand. Will heißen: Bevor ein Hund das Tierheim verlässt, werden die neuen Besitzer sorgfältig unter die Lupe genommen: gemeinsame Gassigänge, Auskünfte zur Wohn- und Lebenssituation. „Wir würden zum Beispiel keinen Schäferhund in eine Wohnung im 5. Stock vermitteln“, sagt Rummeld. Je nach Erfahrung und Zeit der potenziellen Neu-Besitzer kann so ein Vermittlungsprozess mehrere Wochen andauern. Auch auf der finanziellen Seite muss es passen. Was zum Beispiel ist mit Tierarztkosten? Oder Futter? Oder notwendigen Therapien? Neben der jährlichen Hundesteuer fällt da so einiges an. „Wir fragen deshalb auch ganz direkt, ob genug Geld da ist“, sagt Kristina Rummeld.

Labrador-Rüde Spike sucht noch ein neues Zuhause.

Das hatten wir bisher berichtet:

Der Duisburger Stadtrat hat jüngst beschlossen, dass Hunde, die aus dem Tierheim adoptiert werden, zwei Jahre steuerfrei sind. Tierschützer halten das für sinnvoll, Waltrops Kämmerer sagt: Das geht nicht.

Kristina Rummeld sagt: „Eine total gute Sache“

Die Hundesteuer beträgt in Waltrop von Beginn an 112 Euro im Jahr, in Castrop-Rauxel – erst ab dem zweiten Jahr – 96 Euro (jeweils Ersthund). Das erste Jahr sind die Tierheim-Hunde vom Deininghauser Weg steuerfrei. Ein Anreiz, den man in Castrop-Rauxel geschaffen hat, um die Vermittlung zu unterstützen. „Eine total gute Sache“, findet Kristina Rummeld, die zweite Vorsitzende des Tierschutzes Castrop-Rauxel e.V. Aus ihrer Sicht hilft so ein kleines steuerliches Extrawürstchen bei der Vermittlung von Vierbeinern auf jeden Fall. Sie würde es daher natürlich begrüßen, wenn die Stadt Waltrop dem Castrop-Rauxeler beziehungsweise dem Duisburger Vorbild folgen würde. Zumal das Tierheim am Deininghauser Weg aus allen Nähten platzt.

Neue Hundeboxen müssen her

Die Tierschützer sind also dringend darauf angewiesen, dass ihre Fellnasen von liebevollen Herrchen und Frauchen adoptiert werden. Kristina Rummeld unterstreicht das: „Was die Hunde angeht, sind wir absolut überlastet.“ Platz ist eigentlich für etwa 15 Tiere, derzeit sind es über 20. Zusätzliche Hundeboxen sollen kurzfristig helfen. Ein Bauantrag ist bereits gestellt. 

Stadtrat kann Umdenken erzwingen

Dass man in Waltrop für ein oder mehrere Jahre auf die Hundesteuer verzichtet, sieht Wolfgang Brautmeier derweil nicht. Die Satzung gebe so eine Regelung nicht her. „Außerdem können wir auf das Geld nicht verzichten“, sagt der städtische Kämmerer. Er verweist darauf, dass die Stadt Waltrop das Castrop-Rauxeler Tierheim für seine Bereitschaft, Waltroper Tiere aufzunehmen, schon finanziell unterstütze. Ein Umdenken könnte hier freilich der Stadtrat erzwingen. 

Rückblick: Das Castrop-Rauxeler Tierheim hat stürmische Zeiten hinter sich. Vor allem im Vorstand herrschte lange dicke Luft. Inzwischen hat sich der Verein neu aufgestellt und die Bahnen geordnet

Alle Tiere, die das Castrop-Rauxeler Tierheim im Moment vermittelt, finden Sie hier

In der Tierauffangstation in Oer-Erkenschwick werden Ratten zur Gefahr für Katzen-Babys.

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